Hitzewellen werden häufiger – und damit auch die Diskussion über Klimaanlagen. Für den österreichischen Physiker Werner Gruber ist klar: Der Klimawandel muss bekämpft werden. Gleichzeitig müsse sich die Gesellschaft aber an die neue Realität anpassen: "Wir müssen lernen, mit Hitze zu leben und umzugehen".
Gruber macht deutlich, dass selbst ein sofortiger Stopp aller CO₂-Emissionen das Klima nicht rasch wieder abkühlen würde. "Wenn wir morgen sagen, kein Gramm CO₂ wird mehr freigesetzt, brauchen wir 250 bis 300 Jahre, bis wir wieder das Klima von 1980 erreichen."
Klimaanlagen sieht der Physiker entsprechend zwiespältig. Einerseits erhöhen sie den Energieverbrauch, andererseits schützen sie Menschen vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze.
„Wir sind noch kein Klimaanlagenland, aber es wird über kurz oder lang darauf hinauslaufen.“
"Wir sind noch kein Klimaanlagenland, aber es wird über kurz oder lang darauf hinauslaufen." Gerade Menschen, die wegen der Hitze kaum schlafen oder gesundheitlich belastet sind, würden davon profitieren.
Auch bei Getränken hält sich laut Gruber ein Irrglaube. Eisgekühlte Getränke wirken zwar kurzfristig erfrischend, bringen den Körper aber dazu, den Stoffwechsel anzukurbeln. Sein Rat: "Optimal ist leicht gesüßter oder ungesüßter Schwarztee, der ein bisschen über der Raumtemperatur ist."
Außerdem empfiehlt er, körperliche Anstrengung möglichst zu vermeiden und den Stoffwechsel nicht zusätzlich anzukurbeln. So bleibt der Körper an heißen Tagen deutlich besser im Gleichgewicht.