Uni verkündet Sensation

"Beispielloser Fund" aus der Römerzeit im Burgenland

Die Universität Wien vermeldet am Donnerstag einen "beispiellosen Fund", der in der burgenländischen Gemeinde Hannersdorf gemacht wurde.
Newsdesk Heute
30.07.2026, 09:27
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Mitten im Burgenland haben Archäologen der Universität Wien eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht. Bei einer Lehrgrabung in Hannersdorf (Bezirk Oberwart) wurden zwei Töpferöfen aus der Römerzeit freigelegt. Das Besondere: Geomagnetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass unter dem Acker noch rund 100 weitere Öfen verborgen liegen könnten.

Für Grabungsleiterin Basema Hamarneh ist das ein Fund mit Seltenheitswert. Sollte sich der Verdacht bestätigen, handelt es sich um ein bisher beispielloses Produktionszentrum für Gebrauchskeramik aus der Römerzeit. Die Anlage stammt aus der Zeit zwischen der Mitte des 1. und der Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus.

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Fehlbrände vollständig erhalten

Bereits 2021 waren bei Bauarbeiten erste Keramikfragmente und Überreste von Brennöfen entdeckt worden. Spätere Messungen brachten weitere Strukturen ans Licht – darunter Gebäudegrundrisse und eingeebnete Hügelgräber. Die aktuellen Grabungen übertreffen nun die Erwartungen der Forscher deutlich.

Schon in den ersten beiden Grabungswochen kamen die Reste der beiden Brennöfen samt Arbeits- und Abfallgruben zum Vorschein. Produziert wurden dort Schüsseln, Schalen, Becher und Vorratsgefäße. Besonders auffällig sind zahlreiche vollständig erhaltene Gefäße sowie sogenannte Fehlbrände – Keramik, die beim Brennen misslang.

"Unsere Funde deuten darauf hin, dass es sich hier um eine große Produktionsstätte für Keramik handelt", sagt Hamarneh. Auch importierte Terra-Sigillata-Keramik wurde entdeckt. Das spricht dafür, dass die Töpferei Teil eines weit verzweigten Handelsnetzes war und nicht nur den regionalen Bedarf deckte.

Kurios: Keine Siedlung in der Nähe

Erstaunlich ist außerdem, dass sich in unmittelbarer Nähe keine größere römische Siedlung befand. Die nächste bekannte Stadt war das rund 16 Kilometer entfernte Savaria im heutigen Ungarn. Auch das deutet auf eine überregionale Bedeutung des Standorts hin.

Dass der Platz schon lange attraktiv war, zeigen noch ältere Funde. Auf dem Gelände wurden auch Spuren aus der Jungsteinzeit entdeckt. Die Region dürfte also bereits vor mehreren tausend Jahren ideale Bedingungen für Siedlung und Produktion geboten haben.

Die Ausgrabungen laufen noch bis 7. August weiter. Mit jedem freigelegten Fundstück wächst die Hoffnung, ein neues Kapitel der römischen Geschichte im Burgenland aufzuschlagen.

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