Wer heute Abend zum Himmel blickt, könnte sich die Augen reiben: Der Juli-Vollmond scheint ungewöhnlich groß über dem Horizont zu stehen. Tatsächlich hat sich der Mond aber gar nicht verändert – verantwortlich für den spektakulären Eindruck ist eine optische Täuschung.
Viele Menschen haben das Gefühl, der Mond sei kurz nach seinem Aufgang deutlich größer als später in der Nacht. Tatsächlich bleibt seine Größe am Himmel nahezu unverändert. Der Effekt entsteht durch die sogenannte Mondtäuschung.
Unser Gehirn vergleicht den tief stehenden Mond automatisch mit Bäumen, Häusern oder Bergen am Horizont. Dadurch wirkt er deutlich größer, als wenn er hoch am Himmel ohne Vergleichspunkte zu sehen ist.
Die exakte Vollmond-Position erreicht der Erdtrabant am 29. Juli um 16.35 Uhr und damit zu einer Uhrzeit, zu der er in Österreich noch gar nicht am Himmel zu sehen ist. Je nach Standort geht der Mond zwischen 20.45 Uhr und 21.05 Uhr auf (in Wien um 20.47 Uhr) und erstrahlt ab dann hell am Himmel.
Doch auch kurz nach Mondaufgang zeigt er sich für das menschliche Auge als nahezu perfekte Scheibe und bietet die besten Fotomotive des Monats.
Im Hochsommer zieht der Vollmond besonders flach über den Himmel. Der Grund: Vollmond und Sonne stehen sich am Himmel immer gegenüber. Weil die Sonne Ende Juli sehr hoch steht, bleibt die Bahn des Mondes entsprechend niedrig.
Genau diese niedrige Position verstärkt die Mondtäuschung zusätzlich – und lässt den Erdtrabanten besonders imposant erscheinen.