In Österreich baut sich in den kommenden Tagen erneut extreme Hitze auf. Am Freitag, dem 31. Juli, dürfte die aktuelle Hitzewelle ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Besonders betroffen ist der Osten des Landes.
Laut den aktuellen Prognosen der GeoSphere Austria zeigt sich dabei ein deutliches Ost-West-Gefälle. Heiß wird es zwar im gesamten Bundesgebiet, die höchsten Werte werden aber im östlichen Flachland erwartet.
"Einzelne Stationen können 38 bis 39 Grad erreichen. Vielleicht sogar 40, ähnlich wie im Juni", erklärt Meteorologe Thomas Turecek. Damals wurden in Wien-Innere Stadt 40,0 Grad und in Bad Deutsch-Altenburg 40,1 Grad gemessen.
Trotzdem wird die höchste Hitzewarnstufe (Rot) seitens der GeoSphere dieses Mal nicht ausgelöst. Das hat zwei Gründe: Am Samstag sorgt eine schwache Störung für "Abkühlung" auf 34 bis 35 Grad. "Es ist also lediglich an einem Tag extrem heiß". Und zweitens bleiben die Frühtemperaturen von 14 bis 22 Grad relativ moderat – mit möglichen höheren Werten in dicht verbauten Gebieten.
Am Wochenende wird die Wetterlage zunehmend unbeständig. Vom Bergland aus steigt die Gefahr von Schauern und teils kräftigen Gewittern. Eine nachhaltige Abkühlung bringen diese aber voraussichtlich nicht.
Für Sonntag, den 2. August, und Montag, den 3. August, zeigen die Wettermodelle erneut Temperaturen von rund 35 Grad und stellenweise darüber. Ein Ende der Hitzewelle ist damit vorerst nicht absehbar.
"Es ist keine massive Wetterumstellung in Sicht. Was im Moment fehlt, ist ein eindeutiger Temperaturrückgang um zehn bis 15 Grad", so Turecek. Ein solcher Wettersturz zeichnet sich derzeit nicht ab.
Die hohen Temperaturen machen die Dürre in Österreich noch schlimmer. Durch häufiges Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein und langen Niederschlagspausen, speziell in der zweiten Mai- und Junihälfte sowie Ende Juli, waren die Verdunstungsraten sehr hoch, was das Feuchtedefizit in den Böden weiter erhöht hat.
"An den seit Dezember 2025 vorherrschenden niederschlagsarmen Verhältnissen hat sich auch im Juli wenig geändert. Die Regenmengen im Juli waren oft zu gering, um eine weitere Verschärfung der anhaltenden Dürre zu verhindern", fügt GeoSphere-Klimatologe Alexander Orlik hinzu.
Seit Jahresbeginn fehlen im bundesweiten Durchschnitt rund 30 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Bis zum 27. Juli wären im langjährigen Mittel 609 Millimeter Regen zu erwarten gewesen. Tatsächlich fielen nur 426 Millimeter. So eine trockene erste sieben Monate eines Jahres hat es seit 1900 (!) nicht gegeben.
Vereinzelte Schauer und Gewitter können die Lage regional kurzzeitig entspannen. Flächendeckender und länger anhaltender Regen ist derzeit jedoch nicht in Sicht. Damit bleibt die Waldbrandgefahr in vielen Regionen erhöht. Auch Landwirtschaft, Flüsse und Grundwasserstände stehen durch die monatelange Trockenheit unter Druck.
Selbst einzeln entstehende Gewitter bringen vorerst keine Erlösung – die Hitze könnte Österreich noch bis weit in die kommende Woche begleiten.