Leere Wasserspeicher

Europaweite Dürre trifft Österreich besonders hart

Österreichs Wasserschatz rinnt uns durch die Finger: Die Grundwasserpegel sinken, das Land trocknet aus. Experten warnen vor weiterer Dürre.
Newsdesk Heute
24.07.2026, 18:16
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Österreich trocknet aus. Rund 90 Prozent der heimischen Grundwasser-Messstellen weisen Mitte Juli niedrige oder sehr niedrige Stände auf. Besonders groß sind die Defizite in Oberösterreich, Niederösterreich, der Oststeiermark und im Burgenland. Auch die Seen leiden: Der Neusiedler See liegt 28 Zentimeter unter dem langjährigen Durchschnitt, der Bodensee steht so niedrig wie noch nie zu dieser Jahreszeit.

Eine aktuelle Schnellanalyse der World Weather Attribution zeigt, wie stark die Klimakrise die Lage verschärft. "Die Hitzewellen im Juni haben die Trockenheit massiv verschärft, weil dadurch mehr Feuchtigkeit verdunstet und die Trockenheit intensiviert", sagt Klaus Haslinger von Geosphere Austria.

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Für die östliche Europaregion, zu der Österreich und Deutschland gezählt werden, ist die Wahrscheinlichkeit für Dürren laut Klimamodellen heute rund elfmal so hoch wie ohne globale Erwärmung. Zwar gab es im Juni immer wieder Regen, doch dieser reichte nicht aus, um die Wasserspeicher nachhaltig zu füllen.

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"Die Regenschauer waren kurze, lokal begrenzte gewittrige Niederschläge, die zwar für kleine Gebiete kurzfristige Entlastung darstellten, jedoch nicht für größere Gebiete", erklärt Haslinger laut "Standard". Nötig wären länger anhaltende, weniger intensive Regenfälle.

Das Problem begann bereits früher. Die letzten beiden Winter waren überdurchschnittlich trocken, und im Frühjahr 2026 fiel in Österreich so wenig Regen wie noch nie seit Messbeginn 1858.

Gleichzeitig lagen die Temperaturen seit 2024 über dem Durchschnitt. Die Hitze lässt mehr Wasser aus Böden und Pflanzen verdunsten. Warme Luft pro zusätzlichem Grad um sieben Prozent mehr Wasser aufnehmen.

Auch der Ausblick macht wenig Hoffnung. Haslinger sagt, "aber im Moment sieht es leider aus, als wäre bis Mitte oder Ende August nicht mit flächendeckenden, ergiebigen Niederschlägen zu rechnen." Steigen die Temperaturen erneut, nimmt auch die Verdunstung weiter zu.

Die Folgen reichen von wachsender Waldbrandgefahr bis zu Problemen für Landwirtschaft, Wasserkraft und Schifffahrt. Mariam Zachariah vom Imperial College London warnt: "Ohne rasche und drastische Emissionssenkungen steuert Europa auf eine Zukunft zu, in der solche sengend heißen, trockenen Sommer immer wieder auftreten werden."

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