Das Mittelmeer hat einen neuen Temperaturrekord erreicht. Vor der Baleareninsel Mallorca wurden an einer Messboje 33,02 Grad Celsius registriert. Das teilte der spanische Wetterdienst Aemet mit. Noch steht die offizielle Bestätigung durch die spanische Hafenbehörde aus, doch bereits jetzt spricht der staatliche Fernsehsender RTVE vom höchsten jemals in spanischen Gewässern gemessenen Wert.
Die Rekordmessung stammt von einer Boje vor der Insel Sa Dragonera westlich von Mallorca. Nach Angaben der Meteorologen liegen die Wassertemperaturen im westlichen Mittelmeer derzeit rund vier Grad über dem langjährigen Durchschnitt. Das zeigt, wie außergewöhnlich stark sich das Meer in diesem Sommer aufgeheizt hat.
Die Entwicklung bereitet Experten zunehmend Sorgen. Die hohen Temperaturen setzen empfindliche Meeresökosysteme unter Druck und können zahlreiche Tier- und Pflanzenarten belasten. Gleichzeitig wächst die Gefahr extremer Wetterereignisse.
Denn das ungewöhnlich warme Mittelmeer verdunstet enorme Wassermengen und speichert große Mengen Energie. Treffen im Herbst erste kalte Luftmassen aus dem Norden auf die feuchtwarme Luft über dem Meer, kann diese explosionsartig aufsteigen. Die Folge können heftige Gewitter, sintflutartige Regenfälle und schwere Unwetter sein.
Bereits in den vergangenen Jahren sorgten sogenannte Mittelmeer-Tiefs immer wieder für Überschwemmungen und katastrophale Regenfälle in Spanien, Italien oder Griechenland. Die aktuell außergewöhnlich hohen Wassertemperaturen könnten das Risiko solcher Wetterlagen in den kommenden Monaten zusätzlich erhöhen.
Ob die gemessenen 33,02 Grad offiziell als neuer Rekord anerkannt werden, soll nach der Auswertung durch die spanische Hafenbehörde feststehen. Schon jetzt gilt jedoch: So warm wie in diesem Sommer war das Mittelmeer vor Mallorca noch nie gemessen worden.