Der Sommer biegt langsam auf die Zielgerade ein. Das zeigt sich nicht nur beim Wetter, sondern auch am Nachthimmel.
Im September werden die Nächte wieder spürbar länger und damit wächst die Zeit, in der sich Sterne und Planeten beobachten lassen.
Besonders spannend wird es am 14. September. Dann schiebt sich der zunehmende Mond am hellen Taghimmel vor die Venus. Der Planet wird dabei für eine gewisse Zeit vom Mond verdeckt.
Das Ereignis spielt sich am späten Vormittag ab und ist mit freiem Auge nur schwer zu verfolgen. Wer die Venusbedeckung durch den Mond beobachten möchte, braucht deshalb geeignete optische Hilfsmittel und muss genau wissen, wo sich die beteiligten Himmelskörper befinden. Für Mitteleuropa wird die Bedeckung etwa zwischen 11:29 und 12:42 Uhr erwartet.
Dabei ist besondere Vorsicht gefragt. Weil die Sonne zu diesem Zeitpunkt ebenfalls am Himmel steht, darf niemals ungeschützt mit einem Fernglas oder Teleskop in ihre Richtung geblickt werden.
Auch unabhängig von der Bedeckung hat die Venus im September einiges zu bieten. Unser Nachbarplanet ist zunächst noch als auffälliger heller Punkt am Abendhimmel zu sehen. Am 19. September erreicht sie ihre größte Helligkeit.
Sobald die Dämmerung einsetzt, lohnt sich der Blick in Richtung Südwesten. Dort zeigt sich die Venus als heller Abendstern. Lange bleibt sie allerdings nicht mehr so gut zu sehen. Im Verlauf des Monats verkürzt sich ihr Zeitfenster am Abend immer weiter. Gegen Ende September steht sie bereits sehr tief beziehungsweise zu nahe an der Sonne und geht dadurch zunehmend in der hellen Abenddämmerung unter.
Auch durch ein Teleskop verändert sich der Anblick der Venus. Sie zeigt sich als Sichel, die im Laufe des Monats zwar größer, gleichzeitig aber schmaler wird. Wer den Planeten beobachten kann, bekommt damit eine sichtbare Veränderung seiner beleuchteten Seite mit.
Auch der Mond liefert im September mehrere interessante Termine. Am 6. September erreicht er seinen geringsten Abstand zur Erde. Rund um Mitternacht liegen dann etwa 368.259 Kilometer zwischen Mond und Erde.
Einige Tage später verändert sich die Situation deutlich. Am 19. September erreicht der Mond seinen größten Abstand zu unserem Planeten. Dann trennen ihn rund 404.221 Kilometer von der Erde.
Auch bei den Mondphasen gibt es klare Fixpunkte. Am 11. September um 5:27 Uhr ist Neumond. Der Vollmond folgt am 26. September um 18:49 Uhr.
Der Vollmond fällt dabei mit einem weiteren wichtigen Termin für Himmelsbeobachter zusammen. Am 26. September steht Neptun in Opposition. Der ferne Planet befindet sich dann von der Erde aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne und kann grundsätzlich während der gesamten dunklen Nacht beobachtet werden.
Der helle Vollmond macht die Suche allerdings schwieriger. Sein Licht überstrahlt viele schwächere Objekte am Himmel. Für Neptun ist deshalb ohnehin entsprechende optische Ausrüstung notwendig.
Für Sternenfans hat der September noch einen ganz praktischen Vorteil. Die Dunkelheit setzt im Laufe des Monats immer früher ein.
Am 1. September wird es in Wien erst gegen 21:30 Uhr vollständig dunkel. Am 30. September ist dieser Zeitpunkt bereits gegen 20:20 Uhr erreicht. Innerhalb von nur vier Wochen kommen damit mehr als eine Stunde zusätzliche Dunkelheit dazu.
Das macht sich bei der Himmelsbeobachtung deutlich bemerkbar. Gegen Ende des Monats musst du nicht mehr bis spät in die Nacht warten, um einen großen Teil des Sternenhimmels zu sehen.
Im September verabschiedet sich der Sommer schließlich auch offiziell vom astronomischen Kalender. Am 23. September um 2:05 Uhr überquert die Sonne den Himmelsäquator in Richtung Süden. Damit ist die Herbsttagundnachtgleiche erreicht.
Zu diesem Zeitpunkt sind Tag und Nacht astronomisch betrachtet annähernd gleich lang. Auf der Nordhalbkugel beginnt damit der astronomische Herbst. Danach werden die Nächte länger als die Tage.