Zocken mit Köpfchen

Dieses beliebte Hobby hält dein Gehirn länger jung

Dieses Hobby galt lange als Zeitfresser. Nun zeigt eine Studie: Ausgerechnet Zocken könnte mit einem jüngeren Gehirn zusammenhängen.
Heute Life
28.08.2026, 13:23
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Stunden vor dem Bildschirm, Controller in der Hand und wieder eine Runde gestartet: Gaming gilt für viele noch immer als Zeitfresser. Während Lesen, Musizieren oder Sport schnell als wertvolle Freizeitbeschäftigungen durchgehen, muss sich das Zocken seinen guten Ruf erst erarbeiten.

Ausgerechnet die Hirnforschung liefert dafür nun neue Argumente: Eine in "Nature Communications" veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass anspruchsvolle Videospiele mit einem jünger wirkenden Gehirn verbunden sein können. Bei erfahrenen Gamern war der Unterschied besonders auffällig.

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Gehirn der Gamer wirkte rund vier Jahre jünger

Ein internationales Forschungsteam um den Neurowissenschaftler Agustín Ibáñez untersuchte Daten von mehr als 1.400 Menschen. Die Wissenschaftler wollten wissen, welchen Zusammenhang kreative Tätigkeiten mit der Alterung unseres Gehirns haben. Dafür kamen sogenannte "Brain Clocks" zum Einsatz: Solche Modelle analysieren bestimmte Muster der Gehirnaktivität und schätzen daraus ein biologisches Gehirnalter. Anschließend wird dieses mit dem tatsächlichen Alter einer Person verglichen.

Neben Musikern, Tänzern und bildenden Künstlern nahmen die Forscher auch erfahrene Gamer unter die Lupe. Das spannende Ergebnis: In allen untersuchten kreativen Bereichen zeigte sich ein niedrigeres geschätztes Gehirnalter. Bei den erfahrenen Gamern lag es im Modell durchschnittlich etwa vier Jahre unter jenem der Vergleichsgruppe. Das bedeutet allerdings nicht, dass Zocken das Gehirn buchstäblich um vier Jahre verjüngt.

Auf das Spiel kommt es an

Bevor jetzt die Konsole für den vermeintlichen Anti-Aging-Marathon angeworfen wird: Gaming ist nicht gleich Gaming. Entscheidend dürfte sein, wie stark ein Spiel das Gehirn tatsächlich fordert.

Ein Teil der Untersuchung beschäftigte sich mit erfahrenen Spielern von "StarCraft II". Das Echtzeit-Strategiespiel verlangt einiges: Ressourcen müssen verwaltet, Gegner beobachtet und Strategien laufend angepasst werden. Gleichzeitig müssen Spieler vorausplanen, mehrere Informationen verarbeiten und teilweise innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen treffen.

Diese Mischung könnte interessant sein: Statt sich nur berieseln zu lassen, muss das Gehirn permanent Aufmerksamkeit, räumliches Denken, Problemlösung und Planung miteinander verbinden.

Selbst Anfänger zeigten Veränderungen

Besonders interessant war deshalb ein weiteres Experiment mit Menschen, die zuvor keine Gaming-Erfahrung hatten. 24 Teilnehmer lernten über drei bis vier Wochen hinweg "StarCraft II" und absolvierten insgesamt rund 30 Stunden Training.

Danach zeigte das verwendete Modell bei ihnen ein um ungefähr drei Jahre niedrigeres geschätztes Gehirnalter. Bei einer Kontrollgruppe, die stattdessen ein stärker regelbasiertes Kartenspiel trainierte, wurde dieser Effekt nicht beobachtet. Die Ergebnisse sprechen damit dafür, dass nicht allein das Sitzen vor einem Bildschirm entscheidend ist. Vielmehr könnte die Kombination aus Lernen, Strategie, Aufmerksamkeit und schnellen Entscheidungen eine Rolle spielen.

Zocken ist trotzdem kein Wundermittel

So verlockend die Ergebnisse klingen: Einen wissenschaftlichen Freifahrtschein für nächtelange Gaming-Sessions liefern sie nicht. Vor allem der Vergleich erfahrener Gamer mit anderen Personen zeigt zunächst einen Zusammenhang – daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass Videospiele die Ursache für ein langsamer alterndes Gehirn sind.

Auch ein niedrigeres, durch ein Modell errechnetes "Brain Age" bedeutet nicht, dass das gesamte Gehirn tatsächlich um mehrere Jahre verjüngt wurde oder Gaming vor Demenz schützt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 28.08.2026, 13:23
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