Der schlanke, grauhaarige Emmanuel Gregoire mit seinem charakteristischen Dreitagebart wird der neue Bürgermeister von Paris. Der 48-jährige Sozialist setzte sich in der zweiten Runde der Kommunalwahl deutlich gegen die konservative Ex-Kulturministerin Rachida Dati durch.
Gregoire hat vier Pariser Marathons in den Beinen - und nun auch einen politischen Marathon im Rathaus gewonnen. Er löst seine langjährige Chefin Anne Hidalgo ab, die Paris zur Fahrradstadt gemacht hat und nach zwölf Jahren nicht mehr antreten wollte.
Der neue Bürgermeister will die linksgrüne Politik seiner Vorgängerin fortsetzen, kündigte aber eine "neue Methode" an. Im Wahlkampf versprach er mehr Grünflächen, Fahrrad-Fahrschulen, Biomahlzeiten in den Kantinen und eine rund um die Uhr fahrende Metro.
Neben neuen Radwegen soll Paris auch mehr Sozialwohnungen bekommen - 30 Prozent bis 2035. Dafür will Gregoire unter anderem leer stehende Büros umwandeln und niedrige Gebäude aufstocken.
Im Wahlkampf wurde Gregoire auch sehr persönlich: Er bekannte sich erstmals öffentlich dazu, als Schulkind sexuelle Gewalt erlitten zu haben. "Es ist eine innere Wunde, die ich seit langem in mir trage", sagte er mit belegter Stimme.
In seinem Programm stehen daher bessere Ausbildung der Nachmittagsbetreuer und schärfere Kontrollen. Der Vater dreier Kinder räumt übrigens ein, dass er in langweiligen Ratssitzungen auch schon einmal Handyspiele gespielt hat.