Wohl kein Mensch auf der Welt ist so lange wach geblieben wie Randy Gardner. In den Sechzigerjahren soll der damals 17-jährige Schüler aus San Diego 264 Stunden lang ohne Schlaf ausgekommen sein - also rund elf Tage.
Doch warum verlangt unser Gehirn jeden Abend eine Pause? Diese Frage haben Wissenschaftler jetzt in einer Studie an Mäusen genauer untersucht.
Die Forschenden verglichen die Hirnaktivität während normaler Schlaf-Wach-Zyklen, während sechsstündigem Schlafentzug und im anschließenden Erholungsschlaf, berichtet Der Spiegel.
Dabei stießen sie auf Nervenzellen, die umso stärker aktiv waren, je länger die Nager wach blieben. Bei Schlafentzug feuerten diese Zellen bis zu dreimal stärker Signale ab als in normalen Wachphasen.
Als die Mäuse schliefen, ließ auch die Aktivität dieser Signale nach. Die Forschenden schlossen daraus, dass diese Nervenzellen für den Drang zu schlafen verantwortlich sein könnten.
Tatsächlich schliefen Mäuse doppelt so lange und auch tiefer, wenn die betroffenen Nervenzellen künstlich aktiviert wurden. Wurden die Zellen dagegen gehemmt, schliefen die Mäuse im Schnitt 70 Prozent weniger.
Ob die Studienergebnisse auch auf Menschen übertragbar sind, ist noch unklar. Dennoch erhoffen sich die Forschenden neue Möglichkeiten für die Schlafmedizin.
"Da wir das Schlafverhalten gezielt verändern können, können wir nun untersuchen, wie sich Organismen an langfristigen Schlafmangel anpassen", so William Joo, Erstautor der Studie.