Wer derzeit auf Mallorca ins Meer springt, braucht auf die große Erfrischung nicht unbedingt zu hoffen. Das Mittelmeer rund um die Balearen ist ungewöhnlich warm – und erreicht inzwischen Werte, die selbst Wetterexperten aufhorchen lassen.
Eine Messboje bei Sa Dragonera westlich von Mallorca zeigte am 5. August unglaubliche 33,02 Grad an. Damit wurde ein neuer Rekord für die spanische Messreihe erreicht. Im westlichen Mittelmeer liegt die Wassertemperatur derzeit teilweise mehr als vier Grad über dem für die Jahreszeit üblichen Wert.
Meteorologin Núria Seró macht deutlich, wie außergewöhnlich die Situation ist. Gegenüber dem spanischen Radiosender Cadena SER bezeichnet sie eine Wassertemperatur von 33 Grad als "übertrieben hoch".
Das Problem beschränkt sich nämlich nicht darauf, dass sich ein Sprung ins Wasser plötzlich eher wie ein Besuch in der Badewanne anfühlt.
Das extrem warme Mittelmeer beeinflusst auch das Wetter an Land. Normalerweise sorgt die Meeresbrise in den Küstenregionen für zumindest etwas Abkühlung. Genau dieser Effekt wird während Hitzewellen jedoch schwächer.
"Wenn es eine Hitzewelle gibt, schwächt sich diese Brise schnell ab und die Temperatur sinkt während der Nacht nicht", erklärt Seró. Durch das warme Wasser bleibt zudem die Luftfeuchtigkeit hoch – der Körper kann sich dadurch schlechter abkühlen.
Gerade die Nächte werden damit zunehmend zum Problem. Die spanische Wetterbehörde AEMET warnt ebenfalls davor, dass die hohen Wassertemperaturen sehr warme Nächte an den Küsten begünstigen und die hohe Luftfeuchtigkeit das Hitzegefühl zusätzlich verstärkt.
Und die Dimension des aktuellen Werts ist beachtlich: Bereits 2024 hatte die Boje vor Sa Dragonera mit 31,87 Grad einen Rekord gemessen. Nun wurde dieser Wert um mehr als ein Grad übertroffen.
Für Urlauber bedeutet das vorerst: Wer der Hitze Mallorcas mit einem Sprung ins Mittelmeer entkommen möchte, könnte enttäuscht werden. Denn derzeit ist selbst das Meer außergewöhnlich heiß.