Experte: "Omikron-Welle steht unmittelbar bevor"

Niki Popper berät  die Regierung in Pandemie-Fragen.
Niki Popper berät die Regierung in Pandemie-Fragen.Helmut Graf
Simulationsexperte Niki Popper geht von einem Paradigmenwechsel im Corona-Umgang aus. Ziel sei 2022 ein normales Leben trotz der Omikron-Variante. 

Am Montag tritt die Corona-Kommission "GECKO" zusammen, Verschärfungen, die über die neuen strengen Regeln hinausgehen, sollen aber nicht erlassen werden, heißt es dazu allerdings schon im Vorfeld. Angesichts der in vielen europäischen Ländern und auch in der Bundeshauptstadt Wien bereits dominanten Omikron-Variante geht es nun aber dennoch um das weitere Vorgehen, vor allem angesichts der neuen Mutation.

Simulationsforscher Niki Popper, er gehört "GECKO" an, erklärte im Ö1-Morgenjournal, dass es sehr starke Indizien gebe, dass eine Omikron-Welle im Jänner bevorsteht. Die Infektiosität von Omikron sei höher, als jene der Delta-Variante. Dennoch gehe es nun darum, trotz der Omikron-Gefahr ein normales Leben zu führen. Relevanter als die Frage nach den Fallzahlen ist jene nach der Umgehung der Immunantwort. Man wisse noch nicht, wie sich die Zahl der Hospitalisierungen entwickeln wird. 

Deutliche Einschränkung der Ausbreitung durch Maßnahmen

Die gute Nachricht: Popper geht davon aus, dass mit den seit heute Montag gültigen Regeln eine Einschränkung der Ausbreitung der Variante im zweistelligen Prozentbereich geschafft werden könne. Für eine genaue Prognose fehlen aber noch die Daten, dennoch will sich das Corona-Prognosekonsortium am Dienstag an einer solchen versuchen. Angesprochen auf die Situation in den Spitälern führte der Experte aus, dass man bei den Zahlen noch nicht dort sei, wo man eigentlich sein hätte wollen – das betrifft vor allem die Entlastung für das Krankenhauspersonal.

Die schlechte Nachricht: Mann wisse nicht, wie sich Omikron auf die Spitalszahlen auswirken wird. Hier sei die Frage ob es politisch gewünscht wird, frühzeitig zu reagieren. Aus epidemiologischer Sicht sei es wichtig, frühzeitig zu reagieren, um einen Lockdown zu verhindern. Das sei auch wichtig, um auf die Schulöffnung vorbereitet zu sein, die Intensivauslastung unter Kontrolle zu bringen oder auch auf etwaig hinzukommende Influenza-Fälle reagieren zu können. Hier gehe es um einen politischen und gesellschaftlichen Diskurs. 

"Paradigmenwechsel" bei Omikron

Durch Omikron werde es zu einem "Paradigmenwechsel" kommen. Einerseits werde es wahrscheinlich weiterhin hohe Zahlen geben, gleichzeitig hofft Popper auf Grund einer hohen Durchimpfungsrate "idealerweise" auf weniger Krankenhausaufenthalte. Zwar wisse man (noch) nicht, wie sich Omikron in Österreich ausbreitet, dennoch gehe es um ein normales Leben. "Wenn wir das nicht haben (höhere Hospitalisierungszahlen, Anm.), dann müssen wir uns überlegen, wie werden wir in Zukunft damit umgehen". Es gehe darum, das "normale Leben" auch 2022 wieder "normal hinzubekommen und das trotz Omikron oder welche Variante da auch immer kommen möge", so Popper. 

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