Experte warnt: Immer mehr Kinder wegen Corona im Spital

ÖGKJ-Generalsekretär Reinhold Kerbl zu Gast in der "ZiB2"
ÖGKJ-Generalsekretär Reinhold Kerbl zu Gast in der "ZiB2"Screenshot ORF
Die Corona-Zahlen steigen. Immer mehr Kinder und Jugendliche erkranken. Bald könnten auch unter Kindern die Hospitalisierungszahlen steigen.

Die Corona-Lage in Österreich spitzt sich langsam wieder zu. Am Freitag meldeten die Behörden erneut über 1.200 neue Fälle binnen 24 Stunden. Mittlerweile ist ein Drittel der Neuinfektionen sogar auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Von den 5.912 Infektionen, die in der vergangenen Woche (9. bis 15. August) verzeichnet wurden, ließen sich insgesamt 32,1 Prozent auf Reisen zurückführen.

Dass in Österreich die vierte Welle begonnen hat, hat zuletzt Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein bestätigt. Besorgniserregend ist derzeit der Anstieg der Hospitalisierungen. Laut Prognosen von Experten könnten sich die Zahlen in den kommenden zwei Wochen sogar verdoppeln. (Mehr dazu hier >>)

Keine Impfung für Kinder

Ebenso Sorgen bereitet die Tatsache, dass das Infektionsgeschehen sich verlagert hat und immer mehr Kinder und Jugendliche an Corona erkranken. Reinhold Kerbl, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), war zu diesem Thema live zugeschaltet in die "ZiB2" mit Margit Laufer.

In den kommenden Wochen ist ein deutlicher Anstieg der Corona-Fälle besonders unter Kinder zu erwarten, erläutert Kerbl. Der Grund hierfür ist, dass es für die unter 12-Jährigen noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Derzeit würden aber im Rahmen mehrerer Studien Vakzine, die auch Kindern verimpft werden können, erprobt – darunter auch Pfizer/Biontech. 

Immer mehr Kinder erkranken

Angesichts der Tatsache, dass es für diese Altersgruppe derzeit aber keinen wirklichen Schutz gibt, ist damit zu rechnen, dass künftig "eher Kinder die höchsten Inzidenzen haben werden", schildert Kerbl. Ebenso erklärte er, dass es auch zu einem Zuwachs der jüngeren Patienten in den Spitälern kommen werde.

"Kinder sind jetzt die einzig nicht geimpften, sind damit also die empfänglichsten für das Virus und daher werden bei Kindern die Hospitalisierungszahlen im Herbst voraussichtlich ansteigen."

3 Möglichkeiten gegenzusteuern

Um hier gegenzusteuern gibt es laut dem ÖGKJ-Generalsekretär drei Optionen:

➤ Die erste sei, Kinder immer wieder zu isolieren, wegzusperren, in Quarantäne zu schicken und die Schulen zu sperren. Dies wolle nach 18 Monaten allerdings niemand. 

Die zweite Möglichkeit sei, auf eine natürliche Durchseuchung zu setzen, sprich das Wild-Virus grassieren zu lassen. Auf diese Weise würde eine sogenannte Herdenimmunität erzielt. "Das führt dazu, dass es natürlich auch schwere Verläufe geben wird." 

Die "dritte und wahrscheinlich beste Option ist, dass man in weiterer Folge auch die Kinder unter 12 Jahren" impft und damit schützt. 

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