Experten zu ÖSV-Skandal: "Kein Missbrauch-System"

Gab und gibt es systematischen sexuellen Missbrauch im Skiverband? Eine Experten-Kommission untersuchte die Vorwürfe. Hier das Ergebnis.

Sexueller Missbrauch! Seit vergangenem Jahr wurde der ÖSV von schweren Vorwürfen erschüttert. So berichtete Ex-Skirennläuferin Nicola Werdenigg von Übergriffen, auch gegen die Legenden Toni Sailer und Charly Kahr wurden Vorwürfe laut. Der ÖSV setzte eine Experten-Kommission ein, um die Vorwürfe aufzuarbeiten. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Kein System



Kernaussage der Vorsitzenden Waltraud Klasnic: Es gibt keine Hinweise auf systematischen sexuellen Missbrauch im ÖSV. 90 Mails wurden aufgearbeitet, 130 Telefongespräche geführt. "Es sind keine Fälle gemeldet worden, außer dass es vieles an Anrufen und Mails gab, aber es ist immer anonym gewesen", erklärt Klasnic.

Probleme angesprochen

Zwei Fälle aus der jüngeren Vergangenheit wurden angesprochen. Zum einen ein zugekaufter Masseur, der zwei Sportlerinnen belästigt haben soll. Beide wandten sich sofort an ihre Trainerin. Klasnic: "Der Mann durfte nicht nur am selben Tag nicht mehr kommen, sondern das ist auch gerichtsanhängig." Andererseits das "Pastern" in Schulen. "In allen drei Schulen waren es Situationen, die innerhalb des Landes und des verantwortlichen Schulträgers abgehandelt wurden", erklärt Klasnic.

Auch die Vorwürfe gegen Toni Sailer und Ex-Trainer Charly Kahr seien unter die Lupe genommen worden, Nicola Werdenigg wurde kontaktiert. Namen seien von ihr aber keine genannt worden.

Schröcksnadel zufrieden



ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ist zufrieden, dass der Vorwurf des systematischen sexuellen Missbrauchs im ÖSV offenbar widerlegt wurde. "Was uns vorgeworfen wurde, stimmt einfach nicht", meint er. "Ich bin erleichtert, das ist aber auch schon alles. Ich brauche keine Befriedigung in so einer Sache. Jeder einzelne Fall, der passiert ist, ist schockierend, zutiefst bedauerlich und furchtbar für den Betroffenen oder die Betroffene. Leider kann auch der ÖSV nicht zu 100 Prozent ausschließen, dass es zu einzelnen Übergriffen kommt." (heute.at)

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