Gesundheit

Expertin erklärt, wann es eine Impfauffrischung braucht

Wann genau eine Impfauffrischung nötig ist, kann man bisher noch nicht eindeutig sagen. Neutralisierende Antikörper scheinen eine heiße Spur zu sein. 
Sabine Primes
12.08.2021, 17:58

Am 17. Oktober wird mit den Auffrischungsimpfungen begonnen. Dann sind es neun Monate seitdem die ersten Österreicher ihre Zweitimpfung bekommen haben. Bewohner in Alten- und Pflegeheimen sowie Hochrisikogruppen sollen als Erste die Auffrischung bekommen. Details wie der Einsatz von Kreuzimpfungen, Intervalle und Zielgruppen sollen noch auf Basis von Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums (NIG) geklärt werden.

Aussagekräftiger Wert für Auffrischung fehlt noch

Wann genau eine Auffrischung nötig ist, kann noch niemand festlegend sagen. Man könne sich an diese Antwort nur herantasten, sagt Virologin Dorothee von Laer von der Medizin-Universität Innsbruck im Interview mit Ö1. Es gebe keinen fixen Schwellenwert an Antikörpern im Blut, anhand dessen man sich für oder gegen eine Auffrischung entscheiden kann, sagt die Virologin. "Bei anderen Viren haben wir aussagekräftige Werte, bei Sars-CoV-2aber noch nicht.“

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Neutralisierende Antikörper als Hoffnungsträger

Die neutralisierenden Antikörperscheinen ein Hoffnungsträger in der Beantwortung dieser Frage zu sein. Sie versperren dem Virus den Eintritt in die Körperzellen und verhindern damit die Infektion. Auskunft über sie gibt ein Antikörper-Test, den man in Laboren machen lassen kann. Dort angegeben sind die „binding antibody units“, kurz BAU. Es gibt keinen fixen Wert wie hoch dieser Spiegel sein muss, aber eine Bandbreite, wie von Laer erklärt: "Personen, die einen Antikörper-Spiegel von über 100 BAU haben, haben praktisch auch immer neutralisierende Antikörper und können einigermaßen beruhigt sein. Bei denen, die Werte zwischen 15 und 100 haben, sollte man beobachten, ob der Spiegel stabil bleibt oder ob er weiter abfällt."

Hat die Person mit einem niedrigen Antikörperspiegel Vorerkrankungen oder eine Immunschwäche, rät die Expertin zu einer Auffrischungsimpfung. Ebenso, wenn die Person ein höheres Alter hat.