Deutsche Ökonomin

Expertin rechnet mit Energiewende-Mythen ab

Claudia Kemfert widerspricht seit 30 Jahren der These, die Energiewende sei teuer. In ihrem Buch räumt sie mit vier großen Irrtümern auf.
Heute Life
24.04.2026, 21:40
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Benzin zu teuer, Heizkosten explodieren - für viele ist die Energiewende die Schuldige. Doch die renommierte Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sieht das ganz anders.

In ihrem neuen Buch "Kurzschluss" und im Utopia Changemaker Podcast räumt sie mit den vier hartnäckigsten Mythen rund um die Energiewende auf - und erklärt, warum nicht der Umstieg auf Erneuerbare teuer ist, sondern das Festhalten an fossilen Strukturen.

"Die Kosten des Nichthandelns sind deutlich höher als die Kosten der Energiewende", zitiert utopia.de die Expertin. Jährlich fließen über 80 Milliarden Euro an fossilen Subventionen in alte Strukturen. Dazu kommen allein seit 2018 Klimaschäden von mehr als 80 Milliarden Euro.

Wärmepumpe als Feindbild

Kemfert kritisiert auch die "Heizhammer-Kampagne", die die Wärmepumpe zum Symbol für Bevormundung gemacht habe. Das Ergebnis: ein Gesetz, das die fossile Abhängigkeit verlängert. Wer den Heizungstausch aufschiebt, zahlt später doppelt - durch steigende CO2-Preise ab 2027 und teurere Sanierungen.

Atomkraft? Eine Phantomdebatte

Die immer wiederkehrende Atomkraft-Diskussion nennt die Ökonomin eine "absolute Phantomdebatte". Die kleinen modularen Reaktoren seien bisher kaum mehr als "PowerPoint-Kraftwerke" und inkompatibel mit einem flexiblen erneuerbaren System.

Auch die Angst vor der Dunkelflaute sei unbegründet. Deutschland habe bereits eines der sichersten Stromnetze der Welt. Mit Speichertechnologien, Pumpspeicherkraftwerken und dem europäischen Verbund sei eine Vollversorgung aus Erneuerbaren möglich.

Kemferts Fazit nach 30 Jahren Forschung bleibt eindeutig: "Wir sind Zeitzeugen eines fundamentalen Wandels, den wir gestalten können - in die eine wie in die andere Richtung."

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