Expertin sagt, wann Corona in Österreich vorbei ist

So leer war Wien zu Lockdown-Zeiten. (Archivbild) 
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Recht unerwartet gab es am Samstag eine Lockdown-Ansage für den Herbst. Doch wie lange wird es solche Maßnahmen noch geben? Eine Expertin klärt auf.

Das Wochenende startete mit keinen allzu guten Nachrichten. Wie "Heute" bereits berichtete, hat schilderte die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer in einem "profil"-Interview, sie halte einen neuen Corona-Lockdown im Herbst für unvermeidlich. Wörtlich heißt es:

"Wenn die Welle nicht bald abflacht, werden wir um einen Lockdown nicht herumkommen", so von Laer.

Als Gründe nannte die Virologin die niedrigen Corona-Impfraten, den nachlassenden Schutz der Immunisierung bei den älteren Menschen sowie die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus.

Ansage für Maßnahmen-Ende

Die Lockdown-Ansage kommt für viele unerwartet, insbesondere da in den vergangenen Wochen stets wiederholt wurde, dass es einen weiteren Shutdown in Österreich nicht benötigen werde. Ganz ausgeschlossen wurde ein Herunterfahren des Landes hingegen nie wirklich gänzlich.

Aber wie lange geht es noch so weiter? Ist eine (zeitnahes) Ende der Corona-Maßnahmen überhaupt in Sicht? Laut der Virologin schon – und das schon im Frühjahr 2022. Dies ist aber gekoppelt an die Durchimpfung einer weitere Personengruppe: der Kinder. 

"Krankheit durchlaufen lassen"

In dem "profil"-Interview erläuterte von Laer: "Wir werden die Impfung für unter Zwölfjährige noch diesen Winter haben, dann dauert es etwa zwei Monate, um die Risikokinder zu impfen. Daneben sollten wir eine ausführliche Antikörperstudie machen, um zu wissen, ob 85 Prozent der Bevölkerung geschützt sind", so die Expertin.

 Erst ab diesem Zeitpunkt könne man "die Maßnahmen aufgeben und die Krankheit durchlaufen" lassen.

1G-Regel ergibt "keinen Sinn"

Angesichts der steigenden Zahlen wurde in Österreich in der jüngsten Vergangenheit auch eine 1G-Regel heiß diskutiert. Neben Gesundheitsminister Mückstein, sprach sich auch Bundeskanzler Kurz dafür aus, sofern es das Infektionsgeschehen nicht anders erlaube.

Von dieser Maßnahme hält die Virologin allerdings nichts. In ihren Augen ergebe die 1G-Regel "überhaupt keinen Sinn" – die Regelung schließe nämlich Genesene aus.

  Diese seien vor einer neuerlichen Ansteckung aber sogar besser geschützt als Geimpfte, berichtete das "profil“ vorab vom Interview.

Diesen Umstand schilderte zuletzt auch Gerald Loacker, Gesundheitssprecher der NEOS. "Wenn jemand die Krankheit gehabt hat, entwickelt sein Körper eine natürliche Immunisierung, die der künstlichen Immunisierung durch die Impfung um nichts nachsteht", erläuterte der Gesundheitssprecher. Man dürfe Genesene demnach nicht ausschließen. 

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