Noch steht Crans-Montana unter dem Eindruck einer Nacht, die den Schweizer Nobel-Skiort erschüttert hat. Nach der schweren Explosion in einer Bar in der Silvesternacht ist der Ausnahmezustand allgegenwärtig: Sirenen, Einsatzkräfte, Ermittlungen.
Der Sport, sonst Herzschlag des Winters im Wallis, ist in den Hintergrund gerückt. Am Morgen des Neujahrstags ist von Seiten der Kantonspolizei von einer "Explosion unbekannter Ursache" die Rede. Eine anonyme Quelle des Radio-Senders RhoneFM spricht nach der Detonation um etwa 1:30 Uhr in der Bar "Le Constellation" von "etwa vierzig" Toten – eine unbestätigte Angabe. Die Lage ist noch unübersichtlich, die Hintergründe sind unklar.
Dabei soll hier schon in wenigen Wochen wieder Weltcup gefahren werden. In exakt einem Monat sollen die ÖSV-Stars um Vincent Kriechmayr, Marco Schwarz und Conny Hütter und die internationale Elite in Crans-Montana um Siege kämpfen – unmittelbar nach den Prestige-Wochenenden in Wengen und Kitzbühel sowie dem Herren-Spektakel in Schladming.
Der Rennfahrplan ist dicht getaktet: Ab dem 28. Jänner stehen die ersten Abfahrtstrainings der Damen auf dem Programm, zwei Tage später folgt bereits das Rennen. Parallel starten die Herren mit ihren Trainings, am 31. Jänner ist der Super-G angesetzt, am 1. Februar die Abfahrt. Frauen und Männer gastieren damit gemeinsam an jenem Ort, der nun aus ganz anderen Gründen Schlagzeilen macht.
Brisant ist die zeitliche Einordnung auch aus sportlicher Sicht: Die Rennen in Crans-Montana gelten als Generalprobe für die Olympischen Winterspiele, die am 6. Februar in Italien beginnen. Für viele Athletinnen und Athleten sind es die letzten großen Standortbestimmungen vor Olympia.
Ob und wie schnell in Crans-Montana wieder an den Ski-Weltcup gedacht wird, steht aktuell aber in den Sternen. Die Ermittlungen zur Explosion laufen erst an, der Einsatz der Rettungskräfte dauert an, die Betroffenheit ist groß.
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