Mitten in der Nacht rasten ein 21-jähriger Rumäne in einem Audi und ein 33-jähriger Russe mit seinem BMW X6 mit 150 km/h durch die 70er-Zone auf der Traunuferstraße in Ansfelden (Bezirk Linz-Land). Dabei unterschritten sie auch den Sicherheitsabstand massiv, "Heute" berichtete.
Die beiden Probeführerscheinbesitzer gingen der Polizei bei Schwerpunktkontrollen gegen die Raser- und Poserszene ins Netz.
Für die Polizei ist der Vorfall kein Einzelfall. "Wir haben jeden Tag solche Rennen. Auf der B1 vom Infracenter bis zur Trauner Kreuzung geht das mittlerweile die ganze Woche dahin. Das beginnt, wenn es dunkel wird und geht dann weiter bis 23, ein Uhr nachts", sagt Stefan Münzner, Verkehrsreferent des Bezirks Linz-Land, in den Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN).
Ein großer Teil der Raser komme aus der Region. "Wir sehen aber auch Autos mit Salzburger und Wiener Kennzeichen", so Münzner.
Laut Polizei ist die Szene leicht zu erkennen. "Das sind keine Autos, wie sie der Durchschnittsbürger fährt. Die haben teilweise 400, 500 PS. Die werden stundenweise gemietet oder befinden sich im Familienbesitz", sagt Münzner den OÖN.
Mit gewöhnlichen Streifenwagen sei es schwierig, die Fahrzeuge einzuholen. Deshalb arbeite man eng mit der Landesverkehrsabteilung zusammen. Dort stehen leistungsstärkere Fahrzeuge mit Videoausrüstung zur Verfügung.
Etwa einmal pro Woche beschlagnahmt die Polizei in diesem Bereich vorläufig ein Fahrzeug. Doch genau diese Maßnahme habe laut Münzner auch eine gefährliche Nebenwirkung.
"Die vorläufige Beschlagnahme ist grundsätzlich gut gemeint. Aber sie hat auch zu einem extremen Fluchtverhalten bei den Rasern geführt. Bei den Motorradfahrern haben wir es nicht nur einmal erlebt, dass einer mit 200 km/h über vier Kreuzungen brettert, bei denen die Ampeln auf Rot stehen", sagt Münzner den OÖN.
Abgesehen von regelmäßigen Schwerpunktkontrollen gebe es derzeit nur wenige Möglichkeiten, gegen die illegale Raserszene vorzugehen.
Nach Beobachtung der Polizei handelt es sich bei den meisten Rasern um junge Männer mit Probeführerschein. "Viele haben Aufkleber mit ihren Social-Media-Accounts auf den Seitenscheiben kleben", sagt Münzner.
Teilweise erhalte die Polizei auch Videos zugeschickt. Darauf sei zu sehen, wie Lenker mit bis zu 230 km/h zwischen Wels und Linz-Land unterwegs sind.