Jetzt ist es sogar zu heiß zum Zugfahren: Aufgrund der außergewöhnlich hohen Temperaturen sprechen die ÖBB für die kommenden Tage eine Hitzewarnung aus. Demnach kann es zu Einschränkungen im Bahnverkehr kommen, da die hohen Temperaturen auch die Bahninfrastruktur erheblich belasten.
Insbesondere kann es bei extremer Hitze zu sogenannten Gleisverwerfungen kommen: Dabei dehnen sich die Schienen aus, was im Falle ungewöhnlich hoher thermischer Belastung zu Verformungen führen kann und kurzfristige Streckensperren und Geschwindigkeitsreduktionen zur Folge hat.
Die Sicherheit der Fahrgäste und Mitarbeiter habe für die ÖBB immer oberste Priorität. Deshalb müssen bei extremen Temperaturen Maßnahmen gesetzt werden, die sich auch auf den Fahrplan auswirken können.
Durch die Hitze kann es nicht nur zu Verspätungen im Zugverkehr, sondern auch zu temporären Einschränkungen ganzer Streckenabschnitte kommen. Auch Anpassungen der Fahrgeschwindigkeit und erhöhte Wartungs- und Kontrollmaßnahmen an der Infrastruktur sind wahrscheinlich.
Die ÖBB ersuchen die Fahrgäste um Verständnis und erhöhte Aufmerksamkeit sowie darum, nicht unbedingt notwendige Bahnfahrten nach Möglichkeit zu vermeiden oder zu verschieben. Für unbedingt notwendige Reisen empfehlen die ÖBB, sich vor Fahrtantritt über die jeweilige Verbindung zu informieren. Zudem sollte für Reisen mehr Zeit eingeplant werden.
Reisende sollten genügend Trinkwasser mitnehmen und auf entsprechenden Sonnenschutz achten. Aktuelle Informationen zum Zugverkehr sind jederzeit über die ÖBB-App, die Website sowie die Servicehotline verfügbar.
Die ÖBB investieren laufend in Maßnahmen zur Erhöhung der Hitzebeständigkeit des Schienennetzes, darunter moderne Baustoffe und kontinuierliche Überwachungssysteme. Dennoch lassen sich extreme Wetterereignisse nicht vollständig kompensieren. Die ÖBB betreiben ein eigenes Wetterwarnsystem (infra:wetter) mit 55 Wetterstationen, das zeitgerechte, streckenbezogene Wetterinformationen liefert.
Um beispielsweise Gleisverwerfungen zu vermeiden, werden bei Hochleistungsstrecken ausschließlich Betonschwellen verbaut. Diese sind schwer genug, um eine ausreichend hohe Sicherheit gegen Verwerfungen zu gewährleisten. Zusätzlich werden regelmäßig (auf Hochleistungstrecken viermal jährlich) Messfahrten durchgeführt und präventive Schwachstellen entfernt.
Durch die Hitze werden nicht nur die Gleise, sondern auch die Oberleitungen stark beansprucht. Daher setzen die ÖBB auf Komponenten, die den erhöhten Anforderungen – insbesondere durch hohe Temperaturen – standhalten. So soll verhindert werden, dass es durch den Stromfluss zu einer Überhitzung über die zulässige Maximaltemperatur hinaus kommt.