Im Schweizer Bürgenstock haben die USA und der Iran einen wichtigen Schritt in Richtung einer möglichen Beilegung des Konflikts gesetzt. Nach Gesprächen unter Vermittlung von Katar und Pakistan wurde ein Fahrplan vereinbart, der innerhalb von 60 Tagen zu einem endgültigen Friedensabkommen führen soll.
US-Vizepräsident JD Vance sprach nach den Verhandlungen von einer positiven Entwicklung. "Wir haben eine sehr gute Grundlage für eine erfolgreiche endgültige Einigung geschaffen", sagte er. Auch Irans Außenminister Abbas Araqchi sprach von "bedeutenden Fortschritten".
Trotz der Annäherung bleibt das iranische Atomprogramm eines der schwierigsten Themen. Die USA wollen verhindern, dass Teheran Atomwaffen entwickelt. Der Iran weist entsprechende Vorwürfe zurück.
Nach Angaben von Vance habe der Iran zugestimmt, Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder ins Land zu lassen. Dies sei "der erste Schritt zur dauerhaften Denuklearisierung oder zur endgültigen Beendigung des Atomwaffenprogramms im Iran".
Auch US-Präsident Donald Trump erklärte online, der Iran müsse der IAEA wieder Zugang gewähren. "Jeder ist sich voll bewusst, dass der Iran umfangreichen Waffeninspektionen zustimmen wird, um 'nukleare Ehrlichkeit' auf lange Sicht zu gewährleisten", schrieb Trump.
Aus Teheran kamen hingegen deutlich vorsichtigere Signale. Laut Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei wurde die Atomfrage zwar kurz angesprochen, konkrete Verhandlungen darüber hätten jedoch nicht begonnen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA gehe der Iran zudem keine neuen Verpflichtungen ein.
Die Vermittlerstaaten teilten außerdem mit, dass sich beide Seiten auf weitere Maßnahmen verständigt hätten. Geplant sind ein direkter Kommunikationskanal für die Straße von Hormus sowie ein Konfliktlösungsstab für den Libanon.
Der Kanal für die wichtige Meerenge soll helfen, Missverständnisse und Zwischenfälle zu verhindern und die Handelsschifffahrt zu sichern. Die Straße von Hormus zählt zu den bedeutendsten Routen für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport.
Die Gespräche verliefen nicht durchgehend reibungslos. Für Spannungen sorgte eine Drohung von US-Präsident Trump, der dem Iran mit neuen "härteren" Angriffen drohte, falls Teheran seine "hochbezahlten, an ihn angeschlossenen Gruppen" im Libanon nicht kontrolliere.
Daraufhin verließ die iranische Delegation die Gespräche vorübergehend. Chefunterhändler Mohammad Baqer Qalibaf kündigte eine scharfe Reaktion an. Wenig später wurden die Verhandlungen jedoch fortgesetzt.
Die erste Verhandlungsrunde am Vierwaldstättersee endete in der Nacht auf Montag. Ziel bleibt eine dauerhafte Lösung für den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran.
Zu den offenen Fragen zählen neben dem iranischen Atomprogramm auch die Zukunft der Straße von Hormus sowie eine nachhaltige Beruhigung der Lage zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon.
Katar und Pakistan sprachen nach Abschluss der Gespräche von einer "positiven und konstruktiven Atmosphäre". Die Schweiz kündigte an, dass nun umgehend weitere Verhandlungen auf Expertenebene beginnen sollen.