Die Vereinigten Staaten haben ihre Seeblockade gegen den Iran beendet, nachdem beide Länder ein Abkommen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten unterzeichnet haben. Das US-Zentralkommando bestätigte die Aufhebung der Blockade und teilte mit, dass einige US-Schiffe weiterhin in der Region bleiben würden.
Irans oberster Führer, Mojtaba Khamenei, erklärte, er habe dem Abkommen zugestimmt, obwohl er ursprünglich anderer Meinung gewesen sei. Er betonte, dass er nach der Zusicherung von Präsident Masoud Pezeshkian, die Rechte des iranischen Volkes zu schützen, das Einverständnis gegeben habe. Khamenei ergänzte, dass US-Präsident Trump "aus Verzweiflung alle Hebel in Bewegung gesetzt" habe, um das Abkommen zu ermöglichen.
Es handelt sich bei dem Abkommen um eine Vereinbarung mit 14 Kernpunkten, darunter die Wiederöffnung der Straße von Hormus, die Verpflichtung Irans, keine Atomwaffen zu besitzen, sowie ein 300-Milliarden-Dollar-Fonds für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Beide Seiten haben sich verpflichtet, innerhalb von maximal 60 Tagen eine endgültige Übereinkunft zu erzielen – eine Frist, die im gegenseitigen Einvernehmen verlängert werden kann. Die offizielle Unterzeichnung in der Schweiz wurde laut Vermittler Pakistan abgesagt, da das Abkommen bereits aus der Ferne besiegelt wurde. Dennoch sollen weitere Gespräche in der Schweiz stattfinden.
Der US-Vizepräsident JD Vance erklärte, dass der Iran keine Gelder oder Sanktionslockerungen erhalten wird, bevor das Land die im Abkommen festgelegten Bedingungen erfüllt. Dazu gehört unter anderem die Vernichtung angereicherten Urans und der Nachweis, dass keine Stellvertretergruppen in der Region unterstützt werden.
Die Entscheidung von US-Präsident Trump, den Krieg mit dem Iran zu beenden, stößt auf Kritik – vor allem von republikanischer Seite. Senator Bill Cassidy nannte das Abkommen den "schwersten außenpolitischen Fehler seit Jahrzehnten". Israelische Regierungsmitglieder äußerten zudem Bedenken, wobei Vance betonte, Israel müsse den Friedensprozess respektieren.
Trotz des Abkommens kam es weiterhin zu Angriffen zwischen Israel und der Hisbollah, wobei am Donnerstag auch in Beirut Zivilisten ums Leben kamen. Israel betont, der Konflikt mit der Hisbollah sei von jenem mit dem Iran zu trennen. Die Hisbollah wiederum lehnt das US-Iran-Abkommen ab.