Nach gut 20 Minuten ging im dritten Freien Training zum Grand Prix von Ungarn nichts mehr. Verantwortlich dafür war Sergio Perez mit seinem Cadillac. Der Mexikaner war in Kurve zwei ausgerollt, hatte seinen Boliden am Streckenrand abgestellt.
Perez war gerade erst aus der Boxengasse herausgefahren, als plötzlich die Bremsen an der Hinterachse überhitzt hatten. "Ich glaube, die Bremsen brennen hinten", funkte Perez dann an die Box. "Es sieht so aus, als hätten die Bremsen schon auf der Hinterachse zugemacht", analysierte ORF-Mann Alexander Wurz dann. "Ein eigenartiger Zwischenfall. Ich glaube, ein Elektronik-Spuk", meinte der Ex-Pilot und brachte einen Softwarefehler als Ursache ins Spiel.
Die Rennleitung ging jedenfalls auf Nummer sicher und stoppte das dritte Freie Training mit einer Roten Flagge, um den Cadillac zu bergen. Die Streckenposten hatten zunächst die Hinterachse mit Feuerlöschern gekühlt, ehe die Bremsen wieder aufgegangen waren und der Cadillac weggeschoben werden konnte.
Rund sieben Minuten später konnte die finale Trainingssession für den Großen Preis wieder fortgesetzt werden.
Gegen Ende der Session purzelten dann auf der immer schneller werdenden Strecke die Zeiten so richtig. Und das nutzte Weltmeister Lando Norris zu einer überraschenden Bestzeit. Der Brite drehte mit 1:17,939 Minuten die schnellste Runde der Session und stoppte die damit bisher vorherrschende Ferrari-Dominanz.
Denn Siebenfach-Weltmeister Lewis Hamilton musste sich mit Rang zwei und 117 Tausendstel Rückstand begnügen, Teamkollege Charles Leclerc wurde Vierter (+0,352). WM-Leader Andrea Kimi Antonelli hatte sich als Dritter (+0,129) zwischen die beiden Ferraris gequetscht und rechtzeitig vor dem Qualifying (16 Uhr) noch einmal angeschrieben, nachdem der Samstag überhaupt nicht nach Wunsch verlaufen war für den 19-Jährigen.
Mit Respektabstand landeten Oscar Piastri im zweiten McLaren als Fünfter (+0,499) und George Russell im zweiten "Silberpfeil" auf Rang sechs (+0,602). Erst dahinter klassierten sich die Red Bulls. Max Verstappen wurde Siebter (+0,717), Teamkollege Isack Hadjar hatte auf Rang acht schon eine Sekunde Rückstand. Derweil untermauerte Liam Lawson im Racing Bulls die aufsteigende Form seines Teams als fünfte Kraft in der Motorsport-"Königsklasse", er hatte 1,149 Sekunden Rückstand.
Bei Aston Martin ging es mit dem so heiß ersehnten Update nur mäßig nach vorne. Fernando Alonso wurde 17. (+2,454), während Teamkollege dahinter auf Rang 18 landete (+2,994).