Sportlich lief es am Freitag in den ersten beiden Trainings wie erwartet: Die Ferrari-Piloten haben auf dem Hungaroring außerhalb von Budapest das Tempo vorgegeben. Doch eine andere Baustelle im wahrsten Sinne des Wortes sorgte derweil für Kopfzerbrechen und deutliche Kritik aus dem Fahrerlager: Der Asphalt. Mehrere Piloten rutschten in der letzten Kurve herum, verbremsten sich in Kurve eins. Und alles soll am Asphalt liegen.
"Sie haben ein Drittel der Strecke neu asphaltiert. Und dabei leider einen richtig schlechten Job gemacht. Es ist wellig, die gesamte Zeit haben sich Fahrer in der ersten Kurve verbremst", kritisierte etwa Mercedes-Star George Russell, der auch noch Präsident der Fahrer-Vereinigung GPDA ist.
Während die Verbremser ärgerlich sind, gibt es in der letzten Kurve ein ganz anderes Problem: Dort bricht die Strecke regelrecht auf. "Alle fahren dort irgendwie in der Mitte herum, statt den Scheitelpunkt zu treffen. Irgendwie komisch", ergänzte der Brite. Tatsächlich scheinen sich kleine Brocken aus dem Asphalt abzulösen.
"Die Strecke hat uns schon vor ein paar Wochen informiert, dass der Asphalt aufzubrechen begann", erklärte etwa Pirelli-Chefingenieur Simone Berra laut "Motorsport Magazin". Danach hätten die Streckenbetreiber bereits versucht, die Schäden zu beheben, haben einige Bereiche in kleinen Teilen erneut asphaltiert. Das Problem dabei: Auf diesen vereinzelten Streifen gibt es anderen Grip, die Passagen sind deutlich welliger. "In den Bereichen ist der Grip niedrig, das macht die Autos instabil", so Berra weiter.
Das lässt natürlich große Zweifel aufkommen. Ähnliche Probleme waren zuletzt im Grand Prix von Monaco aufgetreten und sorgten für zwei Crashes, von Lance Stroll und Ferrari-Star Charles Leclerc. Besteht für den Großen Preis am Sonntag nun etwa Gefahr? "Ich weiß, dass die FIA die Situation beobachtet", erzählte Berra dann. Aktuell sieht der Pirelli-Mann allerdings noch keine Probleme für den Sonntag. Das könne sich aber schnell ändern. Denn vor allem für den Sonntag sind steigende Temperaturen vorhergesagt, brausen 22 Autos gleichzeitig eineinhalb Stunden lang über die Strecke.
Gut möglich, dass die FIA noch einmal tätig wird und einzelne Passagen neuerlich asphaltiert.