Acht der zehn Saisonrennen hat Mercedes in der laufenden Saison für sich entschieden, sechs Triumphe gingen dabei auf das Konto von Shootingstar Andrea Kimi Antonelli. Der Formel-1-Teenie führt in seiner erst zweiten Saison die Fahrer-Weltmeisterschaft komfortabel an, greift sogar nach dem Titel.
Doch in Ungarn ist es bisher nicht nach Wunsch gelaufen für die "Silberpfeile". Vor allem nicht für Antonelli. Im ersten Freien Training hatte der Italiener seinen Mercedes noch an Freitags-Fahrer Fred Vesti aus Dänemark abgeben müssen. In der zweiten Freitagssession stieg dann Antonelli selbst in seinen Boliden. Und kam nicht über Rang 13 und 1,3 Sekunden Rückstand auf Ferrari-Ass Lewis Hamilton hinaus. Seinem Teamkollegen George Russell war es nur unwesentlich besser gegangen – zweimal Rang fünf, zweimal aber über neun Zehntelsekunden Rückstand. Ferrari hatte man vorne erwartet. Doch der eklatante Rückstand von Mercedes wirft Fragen auf.
Antonelli war mit seinem W17 bereits während des Trainings höchst unzufrieden gewesen. "Oh mein Gott, ich hätte mich zweimal fast gedreht beim Bremsen. Was ist hier los?", hatte der talentierte Teenager am Boxenfunk gefragt.
"Beide Fahrer hatten Probleme mit der Balance des Autos. Sie sagten, dass das Auto sehr nervös und schwierig zu fahren ist. Es übersteuert und es untersteuert", erklärte Bradley Lord, der stellvertretende Teamchef, laut "Motorsport Magazin". Mercedes ist auf Ursachenforschung. Eine mögliche Erklärung: Die Reifen könnten nicht im richtigen Fenster gewesen sein.
Den Mercedes-Ingenieuren scheint eine lange Nacht bevorzustehen. Auch wenn Lord schon beruhigte: "Die Ferrari-Pace löst keinen Alarm bei uns aus. Es setzt ein Ziel. Hoffentlich können wir morgen um die Pole Position kämpfen." Ob dem so ist, wird sich am Samstag zeigen...