Russell zeigte im zweiten Freien Training zum Grand Prix von Australien mit Platz drei auf, und war vor allem im Longrun klar der Schnellste im Feld. An der Favoritenrolle des Briten für den Saisonauftakt am Sonntag (5 Uhr) gibt es nichts zu rütteln.
Nach den beiden Trainingssessions musste der Mercedes-Star aber gleich zweimal bei den Rennkommissaren antanzen, die ermittelten in zwei Fällen gegen den Briten. Einerseits für eine Boxengassen-Berührung mit Racing-Bulls-Rookie Arvid Lindblad, andererseits für einen an der falschen Stelle durchgeführten Probestart. Russell kam in beiden Fällen mit einer Verwarnung davon.
Im Boxengassen-Vorfall war Lindblad bereits angestellt, während Russell versuchte, sich noch hineinzuquetschen. Der Brite ging davon aus, dass der Red-Bull-Nachwuchsfahrer ihn hineinlassen würde, Lindblad hatte von seinem Renningenieur allerdings die Anweisung erhalten, loszufahren. Es kam zur leichten Berührung.
Und die brachte Russell dann eine Verwarnung ein. Der Brite hätte nur dann in die Boxengasse abbiegen dürfen, wenn sich eine Lücke gebildet hätte. Dem war aber nicht so.
Ebenso verwarnt wurde Russell für einen nicht korrekt durchgeführten Probestart. Dafür hatte der Brite aber eine Ausrede parat: die Sonne. Russell hatte die von Rennleiter Rui Marques vorgegebene Position für einen Übungsstart nicht befolgt, das gab der Mercedes-Star auch zu.
"Er erklärt, dass er die Startbox aufgrund des Sonnenlichts nicht klar sehen konnte. Er glaubte, dass seine Position richtig war", erklärten die Rennkommissare in ihrer Urteilsbegründung. Die Stewards schauten sich daraufhin On-Board-Aufnahmen an. "Wir akzeptieren, dass die Sicht auf die Startbox aufgrund der Lichtverhältnisse schwierig war", schrieben die Stewards. Gleichzeitig sei Russell so weit vorne zum Stehen gekommen, dass er bereits außerhalb des von der Boxenmauer geschützten Bereichs stand – ein Vergehen. Russell kam in beiden Fällen mit einer Verwarnung davon.