Seit Wochen wird hinter den Mauern der Erzdiözese Wien spekuliert: Steht Toni Faber womöglich vor seinem Abschied als Dompfarrer des Wiener Stephansdoms? Wie die "Krone" jetzt berichtet, laufen derzeit interne Gespräche zwischen dem Geistlichen und dem neuen Wiener Erzbischof Josef Grünwidl.
Offiziell hält man sich bedeckt. Aus der Erzdiözese heißt es gegenüber der "Krone" lediglich: "Wenn wir etwas zu kommunizieren haben, werden wir es veröffentlichen ..." Von einer Krise wolle man allerdings nichts wissen. Vielmehr handle es sich um reguläre Gespräche im Hinblick auf Fabers bevorstehendes 30-jähriges Dienstjubiläum im kommenden Jahr.
Mit diesem Jubiläum erreicht der Dompfarrer auch das klassische Pensionsalter. Faber wird 65 Jahre alt und könnte damit den Schritt aus dem kirchlichen Amt in die Pension antreten. Hinter den Kulissen dürfte derzeit an einer Lösung gearbeitet werden, die für alle Beteiligten gesichtswahrend ist.
Der als besonders publikumsnah bekannte Geistliche sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen. Vor allem sein offener Umgang mit dem Zölibat brachte ihm intern Kritik ein. Immer wieder zeigte sich Faber öffentlich mit seiner Partnerin Natalie und sprach auch in Interviews über Reformideen innerhalb der katholischen Kirche.
Diese öffentliche Lebensweise sei bei Alt-Kardinal Christoph Schönborn sowie dessen Nachfolger Grünwidl nicht gut angekommen, schreibt die "Krone". Ein Insider wird mit den Worten zitiert: "Dieses kirchliche Amt ist auf Zeit geliehen. Man darf sich nicht so wichtig nehmen."
Auch andere Schlagzeilen belasteten sein Verhältnis zur Kirchenführung immer wieder. So sorgten etwa Aussagen über eine Alkofahrt oder Berichte über seine Dienstwohnung am Stephansplatz für Aufsehen. Damals räumte Erzdiözese-Sprecher Michael Prüller ein, die mediale Präsentation der Wohnung sei "sicher nicht geschickt" gewesen und habe "den Eindruck einer Luxusimmobilie" vermittelt.
Laut "Krone" dürfte bei den aktuellen Gesprächen auch Fabers künftige Wohnsituation Thema sein. Demnach wolle der Geistliche nach seinem möglichen Rückzug weiterhin eine repräsentative Wohnung der Erzdiözese nutzen.
Wann und wie ein möglicher Abschied offiziell kommuniziert wird, bleibt vorerst offen.