Dompfarrer Toni Faber war zu Gast im Podcast "Message Macht Medien" und sprach mit Host und Polit-Insider Gerald Fleischmann offen über persönliche Fehler, gesellschaftliche Spannungen und Reformfragen in der katholischen Kirche.
Ein Erlebnis hat ihn besonders geprägt: Vor 15 Jahren wurde ihm wegen Alkohol am Steuer der Führerschein entzogen. "Da habe ich gedacht, das ist sehr fatal, auf immer werde ich diesen Stempel auf meiner Stirn tragen, dieses Kainsmal," spricht er ganz ehrlich über seine Vergangenheit. Doch diese Angst hat sich nicht bestätigt – im Gegenteil: Die Menschen hätten ihm zugetraut, "ein Mensch aus Fleisch und Blut mit Stärken und Fehlern" zu sein.
Auch gesellschaftlichen Entwicklungen gegenüber äußerte sich Toni Faber im Gespräch mit Fleischmann deutlich. Er plädiert für mehr Raum für christliche Grundwerte im öffentlichen Diskurs und schildert Sorgen, die ihm in Gesprächen mit Gemeindebau-Bewohnern begegnen. Wenn Menschen sich "nur mehr von Kopftüchern umzingelt vorkommen" und Kinder keinen katholischen Religionsunterricht bekommen, "weil die absolute Mehrheit nur mehr muslimischen bekommt," würde es zu Bedrängnissen kommen, so die klare Meinung des Dompfarrers.
Auch innerhalb der katholischen Kirche sieht Faber Reformbedarf – vor allem in Bezug auf das verpflichtende Zölibat spricht er sich für Veränderungen aus: "Das verpflichtende Zölibat, automatisch, hundertprozentig mit dem Priestertum, muss nicht immer so bleiben."