Prozess in Deutschland

Fabian (8) getötet – jetzt ist das Motiv bekannt

Brutale Vorwürfe vor Gericht: In Rostock muss sich eine Frau wegen des gewaltsamen Todes eines achtjährigen Buben vor dem Richter verantworten.
Newsdesk Heute
28.04.2026, 13:08
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Der Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian hat am Dienstag am Landgericht Rostock begonnen. Auf der Anklagebank sitzt Gina H., für die bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt. Die Staatsanwaltschaft legt ihr zur Last, den Buben aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen ermordet zu haben.

Zum Auftakt wurde die Anklageschrift verlesen, danach erhielt die Beschuldigte die Möglichkeit, sich zu äußern. Laut Staatsanwaltschaft war Gina H. bis August 2025 rund vier Jahre lang mit Fabians Vater liiert. Der Bub habe eine "körperliche Auseinandersetzung zwischen den beiden mitbekommen", zitiert "t-online" aus der Anklage. In der Folge habe der Vater die Beziehung beendet. Das Motiv der Angeklagten: Sie habe mit der Tat einen Streit mit ihrem Ex-Partner, also Fabians Vater, "ausräumen wollen".

Ermittler rekonstruieren Tathergang

Die Ermittler zeichnen ein detailliertes Bild des Tattages: Am 10. Oktober 2025 soll Gina H. Fabian am Vormittag in Güstrow abgeholt haben. Kurz vor der Tat habe sie ihr Handy ausgeschaltet. Anschließend sei sie mit dem Kind zu einem Tümpel bei Klein Uphal gefahren. Dort eskalierte die Situation: "Plötzlich zog die Angeklagte ein mitgeführtes Messer mit einer Klingenlänge von mindestens zehn Zentimetern" und habe mindestens sechsmal auf Brust und Oberkörper des Buben eingestochen. Zwei der Stiche trafen ihn direkt ins Herz.

Nach der Attacke habe Gina H. ihr Handy wieder eingeschaltet und sich mit einem Bekannten getroffen. Danach sei sie erneut zum Tatort zurückgekehrt, habe die Leiche mit Grillanzünder übergossen und angezündet. Laut Anklage starb Fabian zwischen 10.50 und 13 Uhr.

Großer Medienandrang

Der Gerichtssaal war am ersten Verhandlungstag bis auf den letzten Platz gefüllt. Wie "t-online" berichtet, verfolgten rund 150 Privatpersonen und Medienvertreter den Prozess. Die Angeklagte wurde mit Fussfesseln und Handschellen unter starker Polizeibewachung in den Saal geführt. Zu Beginn bestätigte sie ihre Personalien, sprach jedoch so leise, dass der Vorsitzende Richter sie mehrfach aufforderte, deutlicher zu sprechen.

Besonders eindrücklich: die Präsenz von Fabians Mutter Dorina L. Sie sass still mit gefalteten Händen im Saal und blickte ununterbrochen in Richtung der Angeklagten. Diese wiederum vermied den Blickkontakt, schaute überwiegend nach unten oder zum Richter.

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