Zwei Jahre lang war ein 21-Jähriger nach einem Haftausgang auf der Flucht. In Graz tauchte er bei seiner Freundin unter und fand eine perfide Einnahmequelle: Auf einem Erotikportal gab er sich mit falschen Ausweisen und Fotos als Prostituierte aus.
Unter dem Inserat "Mache alles" lockte er insgesamt 43 Männer an, so die Kleine Zeitung. Die Bedingung: nur gegen Anzahlung. Bezahlt wurde, doch die vermeintliche Sexarbeiterin erschien nie. Der Schaden: gut 6.000 Euro, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.
Vor dem Grazer Straflandesgericht standen gleich vier Angeklagte. Neben dem Haupttäter auch seine Freundin, die ihm Unterschlupf gewährte. Dass Geld der Opfer auf ihr Konto floss, gab sie zu. Zu ihrer Rolle beim Inserat schwieg sie zunächst. Erst auf Nachfrage erklärte sie: "Ja, auf mein Konto kam Geld der Opfer. Aber es war mir alles lieber, als dass mein Freund wieder einen Raub macht", berichtet die Kleine Zeitung.
Der 21-Jährige selbst zeigte sich gesprächiger. Er sei der Kopf hinter dem Betrug gewesen, habe auch mit den Männern gechattet. "Ich hätte wohl ewig weitergemacht, wäre ich nicht aufgeflogen", sagte er. Das Geld habe er unter den Beteiligten aufgeteilt, seinen Anteil für Kokain ausgegeben.
Am Ende setzte es für ihn 23 Monate Haft unbedingt - auch wegen zahlreicher Vorstrafen. Seine Freundin, sein Bruder und ein weiterer Komplize kamen mit bedingten Strafen von zehn bis zwölf Monaten davon.