Coronavirus

Analyse zeigt: Hier entstehen die meisten Cluster

Die AGES hat die Corona-Hauptübertragungsorte in Österreich genauer untersucht. Bei privaten Feiern entstehen derzeit die meisten Cluster.

Heute Redaktion
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Ab Montag gilt in vielen Bereichen wieder eine Maskenpflicht.
Ab Montag gilt in vielen Bereichen wieder eine Maskenpflicht.
picturedesk.com

"Die aktuellen Zahlen sind derzeit deutlich zu hoch", betont Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Die Ansteckungen bei privaten Feiern stellen ein besonderes Problem dar. Tatsächlich ist es so, dass die meisten neuen Corona-Cluster derzeit im Familienbereich entehen.

Doch auch Ansteckungen am Arbeitsplatz und bei Freizeitaktivitäten nehmen zu. So hat sich etwa nach einem Nachtlokalbesuch eines Infizierten in Innsbruck ein Cluster von 70 positiv Getesteten gebildet. Das Lokal wurde mittlerweile geschlossen.

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat sich die neuen Cluster genauer angesehen. "Hauptübertragungsort ist und bleibt die Familie", erläutert AGES-Sprecher Roland Achatz im "Kurier". "Aber genau das ist schwierig zu kommunizieren, dass man auch zu Hause auf Abstand achten soll. Das unterschätzt man völlig."

Aus der AGES-Statistik vom 9. September geht hervor, dass nach wie vor die meisten Ansteckungen im eigenen Haushalt stattfinden. 50,6 Prozent aller Cluster sind darauf zurückzuführen. Dazu zählen auch private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage. Im Herbst und Winter dürften sich die Lage weiter verschärfen. Aktivitäten, die bisher vorwiegend im Freien stattgefunden haben, werden dann nach drinnen verlegt.

15,6 Prozent der Cluster entstehen am Arbeitsplatz

Auf Platz zwei folgt der Arbeitsplatz: 15,6 Prozent der Cluster entstehen im Job. Vor allem dort wo Leute auf engem Raum zusammenarbeiten, ist das Risiko erhöht. Besonders auffällig waren zuletzt die Ansteckungen bei einem Paketdienstleister in Oberösterreich mit insgesamt 60 Fällen, "Heute" berichtete. Auch in der Gastronomie haben sich vermehrt Cluster gebildet.

An dritter Stelle stehen derzeit noch die Urlaubsrückkehrer mit 11,6 Prozent. Laut Experten der AGES wird sich die Situation hier mit Schulbeginn aber ändern.

Freizeitaktivitäten rangieren in der Cluster-Entstehung auf Platz vier. Aufgrund sinkender Temperaturen könnte es aber auch hier zu einer Häufung kommen, wie der Fall aus Innsbruck zeigt. In Niederösterreich wurden 31 Infektionen nach einem "Dämmerschoppen" in einem Gasthaus gemeldet, in Graz mussten 220 Menschen nach einem Clubbesuch in Quarantäne, "Heute" berichtete.

Senioren- und Pflegeheime sowie Spitäler sind mit nur 2,2 bzw. 1,2 Prozent relativ weit unten zu finden. Und auch bei Schulen und Kindergärten kommt die Statisitk der AGES auf 0,9 Prozent. Da aber die Schule erst vor kurzem wieder begonnen hat, könnte auch dieser Wert steigen. Bereits jetzt wurden vereinzelt Fälle von Ansteckungen in Schulen bekannt. Das sind aber oftmals keine Cluster, da diese Ansteckungen von außen in die Einrichtungen gebracht wurden.