Mit Fahrstil nicht zufrieden

Familie verprügelt Foodora-Lieferant auf offener Straße

Großvater, Vater und sein minderjähriger Sohn sollen gemeinsam in Wien einen Foodora-Fahrer geschlagen haben. Die Attacke landete nun vor Gericht.
Christian Tomsits
17.11.2025, 17:55
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Der Fahrstil eines Foodora-Fahrers im vergangenen März schlug drei serbisch-stämmigen Insassen eines Autos so auf den Magen, dass es in Wien-Brigittenau zu einer Schlägerei auf offener Straße kam.

Angeblich drängte sich der Syrer beim Überholen eines Linienbusses auf der Klosterneuburger Straße vor das Auto der Familie und bremste sie dadurch aus. Es folgte ein wüstes Wortgefecht. Sogar von einem Tritt gegen die Autotüre war die Rede, außerdem soll das spätere Opfer in Richtung des Wagens gespuckt haben. Der Syrer bestritt das vor Gericht vehement.

Unbestritten blieb jedoch: Vater (70), Sohn (43) und Enkerl (13) stiegen schließlich aus und umstellten den Essensboten eilig. Dann schlug der 43-Jährige mit der Faust auf den Foodora-Fahrer ein – sein 13-jähriger Sohn unterstützte ihn dabei und riss den Mann sogar zu Boden. Ein Fahrgast filmte die Szene aus dem Bus, weshalb der Vorfall schließlich vor dem Straflandesgericht landete. Da der Verdacht bestand, dass alle drei im Zusammenspiel auf den Fahrer losgingen, drohten den beiden Erwachsenen bis zu fünf Jahre Haft, der Bursche kann wegen seiner Strafunmündigkeit nicht belangt werden.

Der Streit wurde montags auch am Landl nicht beendet: "Ich fordere 10.000 Euro Schmerzensgeld", bestand der Foodora-Fahrer – dem nur eine aufgeplatzte Lippe "diagnostiziert" wurde, im Zeugenstand auf einer schwerer Traumatisierung. Der hauptbeschuldigte Sohn schimpfte auf der Anklagebank wie ein Rohrspatz und musste vom Richter mehrfach eingebremst werden. Wegen Körperverletzung fasste der Vorbestrafte schließlich neun Monate bedingte Haft aus und muss dem Opfer 300 Euro zahlen.

Mit dem angeblichen Verdiensteingang, weil er seither sich nicht mehr traue nachts zu fahren, wurde der Essenslieferant auf das Zivilgericht verwiesen. Der erleichterte Großvater, der als einziger nicht hingeschlagen hatte, wurde freigesprochen. Ein unbekannter Foodora-Kunde irgendwo im Zwanzigsten weiß jetzt zumindest, wieso er seit 5. März vergeblich auf seine Bestellung wartet.

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