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Feldhofer zu "Heute": "Wir kriegen Demir wieder hin"

Die Winterpause geht zu Ende. Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer spricht im "Heute"-Interview über Athletik, Yusuf Demir, Corona und Olympia-Gold.

Erich Elsigan
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Ferdinand Feldhofer hat große Pläne: "Es geht um Raumkontrolle."
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"Heute": Herr Feldhofer, am Samstag wird es ernst, Rapid trifft im Cup-Viertelfinale auf Hartberg. Ist das Team für das Frühjahr optimal gerüstet?

Ferdinand Feldhofer: "Im Rahmen der Möglichkeiten haben wir uns gut vorbereitet. Ich bin sehr optimistisch. Wie die Jungs im Training agiert haben, auch zwischenmenschlich, war schön zu sehen. Die Lernbereitschaft war da, alle sind an ihre Grenzen gegangen. Das war wirklich nicht einfach, denn wir haben den Fokus klar auf die Athletik gelegt."

Wird Rapid 2022 anders auftreten als im Vorjahr?

"Hoffentlich. Ich stehe natürlich für eine gewisse Art von Fußball. Es wird in allen Bereichen sehr aktiv sein. Das kann durchaus in verschiedenen Grundformationen sein, ist aber nicht zwingend nötig, weil man auch in einer Formation flexibel sein kann. Das machen wir nicht, weil es cool ausschaut, sondern weil wir uns so die größte Chance ausrechnen, erfolgreich zu sein."

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    Verraten Sie uns das "Einser-System"?

    "Es geht um Räume, um Raumkontrolle. Wie kann man gegen den Ball ökonomisch unterwegs sein. Wenn alle fit sind, habe ich die Aufstellung und wie wir unsere Pläne umsetzen, im Kopf. Aber das kann sich in Zeiten wie diesen natürlich schnell ändern, wie wir wissen."

    Wie weit ist Yusuf Demir?

    "Es wird besser. Aber ich bin ehrlich, bei ihm müssen wir auf die Bremse treten. Er ist unglaublich willig, ehrgeizig und talentiert, bringt extreme Siegermentalität mit. Doch wir kennen seinen Zustand im athletischen Bereich vom Sommer und den Ist-Zustand. Da gibt es leider einen riesigen Unterschied. Er braucht Zeit, das weiß er. Wir kriegen ihn wieder hin, formen ihn zum Stammspieler."

    Zoran Barisic hat gemeint, bei Barcelona wurde in gewissen Bereichen offenbar nicht gut gearbeitet. Können Sie das konkretisieren?

    "Ich will keine Mutmaßungen anstellen. Fakt ist: Er hat nicht viele Spiele bekommen, vielleicht ist das der Grund. Yusuf ist aktuell jedenfalls nicht dort, wo er schon mal war. Er muss hart arbeiten."

    Überrascht Sie der rasche körperliche Abbau? Er ist ein junger Spieler.

    "In einem Fußballer-Leben ist ein halbes Jahr aber eine lange Zeit."

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      Wer wird das Tor hüten?

      "Ich gehe nur nach dem Sportlichen. Seit ich da bin, gibt es gar keinen Grund, Paul Gartler nicht starten zu lassen. Er hat es immer gut gemacht, im Training und in den Spielen. Wir haben gemeinsam entschieden, dass er als Nummer eins ins Frühjahr geht. Es hat sich auch Niklas Hedl nichts zu Schulden kommen lassen. Richard Strebinger war verletzt, er muss sich seine Chance erst wieder erarbeiten. Wie es dann vertraglich weitergeht, wird man sehen."

      Ercan Kara ist weg. Er war an 33,3 Prozent aller Tore beteiligt. Für seinen Nachfolger Ferdy Druijf liegt die Latte hoch.

      "Ja, aber Ercan Kara kam damals von Horn und ich weiß nicht, ob die Erwartungshaltung recht hoch war. Wir wissen alle, wie wichtig Ercan für uns war. Gemeinsam mit Taxi Fountas kommt man auf mindestens zwei Drittel unserer Scorer-Punkte. Das ist Fakt, das können wir nicht schönreden. Trotzdem bin ich mit der aktuellen Kadersituation zufrieden. Wir haben Taxi noch. Wenn alle fit und gesund sind, haben wir Lösungen, wie wir das auffangen können."

      Cup-Gegner Hartberg ist arg von Corona gebeutelt. Wie schaut die Situation bei Rapid derzeit aus?

      "Am Donnerstag ist der nächste Test, dann werden wir sehen. Im Trainingslager waren wir in unserer Bubble, da lief alles gut. Jetzt ist es natürlich anders. Ein paar Spieler haben Kinder, die gehen in den Kindergarten oder in die Schule, man geht einkaufen, hat mit Menschen zu tun. Dass da nicht immer alle fit sein werden, ist klar."

      Nach Hartberg kommt Salzburg, dann Vitesse Arnheim, dann wartet Sturm. Haben Sie Angst vor einem Fehlstart?

      "Daran denke ich nicht. Es ist ganz klar, dass wir in die Top Sechs wollen. Wir wollen unsere gute Ausgangslage nutzen. Der Monat Februar wird eine große Challenge. Das ist super. Wir haben alle drei Tage ein halbes Endspiel. Es geht Schlag auf Schlag, da kann man richtig viel gewinnen."

      Am Freitag starten die Olympischen Winterspiele. Interessiert Sie das, stehen Sie um vier Uhr in der Nacht für die Ski-Abfahrt auf?

      "Ja, wenn ich Zeit und am nächsten Tag keinen Termin in der Früh habe, schon. Es interessiert mich. Das Schicksal von der Skispringerin Kramer zum Beispiel (sie durfte wegen Corona nicht nach Peking reisen, Anm.). Sie hätte den Titel wie man so schön sagt nur abholen müssen. So ein Einzelschicksal trifft mich. Da geht es auch um Finanzielles, Olympia-Gold verändert das Leben eines Sportlers. Das ist alles andere als lustig."

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