Femizide in Österreich: Heuer bereits 21 Frauenmorde

Doppelmord in Wien
Doppelmord in WienDenise Auer
In Wien dürfte es zum bereits 20. und 21. Frauenmord in diesem Jahr in Österreich gekommen sein. Ein 28-Jähriger soll zwei Frauen ermordet haben. 

Mitte Mai hat die Regierung ein Maßnahmenpaket für mehr Gewaltprävention und gegen Gewalt an Frauen geschnürt. Fast 25 Millionen Euro wurden dafür in Aussicht gestellt. Unmittelbarer Anlass war der - damals - neunte Frauenmord in diesem Jahr. Der Doppelmord in Wien-Favoriten ist nun der bereits 20. und 21. Frauenmord in diesem Jahr in Österreich.

Hintergründe für Doppelmord unklar

Ein 28-jähriger Somalier soll zwei Frauen umgebracht haben. Der mutmaßliche Täter stellte sich kurz nach der Tat der Polizei - es gilt die Unschuldsvermutung. Gegen ihn gab es bereits zwei Anzeigen, eine davon wegen eines Sexualdelikts. In beiden Fällen wurde ein Asylaberkennungsverfahren eingeleitet, das aber jeweils eingestellt wurde, als auch die Verfahren wegen der Anzeigen eingestellt wurden, berichtet die APA.

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Laut "Heute"-Infos soll eine der Frauen, eine 37-Jährige, am Tatort gewohnt und eine vierjährige Tochter haben. Das zweite Opfer, eine 35-jährige Frau, war offenbar zu Besuch. Beide waren in einem Verein für Frauenrechte tätig. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht bekannt.

Drei Frauenmorde pro Monat

Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr 31 Frauen – häufig von ihren (Ex-)Partnern oder Familienmitgliedern – ermordet. Davor gab es im Jahr 2018 sogar einen Höchststand von 41 Morden an Frauen. Zum Vergleich: 2014 wurden 19 Frauen umgebracht. Es kam also in diesem Zeitraum zu mehr als einer Verdoppelung der ermordeten Frauen – ein trauriger Rekord. Monatlich werden mittlerweile etwa drei Frauen ermordet.

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Bei Frauenmorden oft Täter-Opfer-Beziehung

Beim überwiegenden Teil der Frauenmorde bestand ein Beziehungs- oder familiäres Verhältnis (z.B. Partner oder Ex-Partner) zwischen Täter und Opfer, erkläret der Verein AÖF - Autonome Österreichische Frauenhäuser Anfang und listet für 2021 bereits 19 mutmaßliche Frauenmorde auf (Stand: 30.8.2021).

Sozialminister Wolfgang Mückstein möchte die Gewaltwelle gegen Frauen durch finanzielle Unterstützungen von Gewaltschutz-Projekten stoppen.

Zuletzt wurde Ende August eine 71-Jährige und ihr 81-Jähriger Mann im Salzburger Pinzgau tot aufgefunden ("Heute" hat berichtet), ihr 51-jähriger Sohn mit Schussverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ermittlungen laufen noch.

Hilfe für Betroffene von Gewalt:

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

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