Ferrari und Räikkönen - Geht das nochmal gut?

Bild: Hertel
Kolumne zu aktuellen Themen der Formel 1 von Markus Miksch.

Nun ist es endlich fix. Kimi Räikkönen geht nicht zu Red Bull. Somit erspart sich Red Bulls Motorsportchef Dr. Helmut Marko lästige Reporterfragen, wofür das millionenteure Nachwuchsprogramm gut sei, wenn man keine Formel-1-tauglichen Fahrer (außer Sebastian Vettel) produziere.

Welcher Toro-Rosso-Pilot Mark Webbers Cockpit am Saisonende erben wird, will Marko auch am Spa-Wochenende nicht verraten. Den von Medien favorisierten Daniel Ricciardo lässt man also weiter schmoren - wahrscheinlich auch um ihn einem letzten Belastungstest zu unterziehen. Am Spa-Wochenende werden sich die Reporter auf ihn stürzen und ihn versuchen auszuquetschen. Nebenbei muss er noch versuchen, Teamrivale Jean-Eric Vergne in der WM-Tabelle zu überholen.

Gefragteste Personalie bleibt aber Räikkönen. Eigentlich hat der Finne in der Formel 1 nur zwei Optionen, für wen er 2014 fahren wird - weiterhin für Lotus oder für Ferrari. Lotus nimmt dabei eigentlich nur die Rolle des Rettungsankers ein. Das Team ist hoch verschuldet, mit Gehaltszahlungen für den "Iceman" im Rückstand und verlor mit James Alison das "Superhirn", das die enorm starken Boliden der letzten Jahre entwarf. Der Brite ist nun Technischer Direktor bei Ferrari.

Folgt Räikkönen dem Technikgenie? Sein Manager bestätigte bereits Kontakte mit der Scuderia, die ihrerseits noch dementiert. Dies liegt an der brisanten Situation. Immerhin bezahlte man Räikkönen dafür, dass er 2010 trotz eines laufenden Vertrages nicht mehr für Ferrari fuhr, damit Fernando Alonso wechseln konnte.

Räikkönens Verpflichtung wäre auch ein Umschwenk in der Rennstrategie. Weder von einem "Iceman" noch von einem Alonso kann man erwarten, den "Wasserträger" für den anderen zu spielen. Ob der Spanier mittlerweile fähig ist, einen Teamrivalen und nicht Teamkollegen neben sich zu dulden, wird Ferraris Entscheidung ebenfalls beeinflussen. Zu gut ist sein Zickenkrieg mit Lewis Hamilton in Erinnerung, als beide 2007 für McLaren fuhren.

Ferrari braucht dringend wieder einen Titel - 2008 wurde zuletzt die Konstrukteurs-WM gewonnen. Mit der aktuellen Fahrerpaarung ist höchstens der Gewinn der Fahrer-WM durch Alonso möglich, da Felipe Massa seit seinem schweren Unfall am Hungaroring leider nie wieder in die Spur gefunden hat. Räikkönens Verpflichtung ist zwar definitiv ein Risiko. Nicht weniger riskant ist es, dass die titellose Serie weitergeht, wenn man der aktuellen Fahrerpaarung festhält - mehr als drei Jahre Alonso/Massa haben nicht den erhofften Erfolg gebracht.

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