Ein massiver Korruptionsskandal erschüttert derzeit den kroatischen Skisport. Im Zentrum steht der frühere Skirennläufer und langjährige Verbandschef Vedran Pavlek.
Nach bisherigen Erkenntnissen wurden Verbandsgelder für Luxusgüter und Schönheitsoperationen verwendet. Zudem soll Pavlek Verträge mit ausländischen Firmen abgeschlossen haben, obwohl die vereinbarten Leistungen nie erbracht wurden. Rechnungen wurden demnach für erfundene Dienstleistungen ausgestellt, um Geld abzuzweigen.
Er soll den kroatischen Skiverband über einen Zeitraum von zwölf Jahren um mindestens 30 Millionen Euro betrogen haben. Laut kroatischen Medien soll etwa ein Drittel der veruntreuten Gelder auf ausländischen Konten Pavleks gelandet sein.
Der Mitte März zurückgetretene Ex-Verbandschef soll ein internationales Netzwerk aufgebaut haben. Ermittler gehen davon aus, dass über Firmen in mehreren Ländern Scheingeschäfte abgewickelt wurden. Dazu zählen unter anderem Österreich, Liechtenstein, die Schweiz, Monaco, Ungarn und die Slowakei. Auch ein mittlerweile verstorbener österreichischer Unternehmer soll dabei eine zentrale Rolle gespielt haben.
Während in Zagreb bereits die Anhörung zur Untersuchungshaft lief, setzte sich Pavlek laut Medienberichten ins Ausland ab. Kurz darauf wurde er in Istanbul festgenommen. Türkische Ermittler stellten sein Handy und weitere persönliche Gegenstände sicher. Diese werden nun von der kroatischen Anti-Korruptionsbehörde USKOK ausgewertet.
Die Staatsanwaltschaft plant nach Zustellung des Haftbefehls einen internationalen Haftbefehl, um eine rasche Auslieferung nach Kroatien zu erreichen.
Auch mehrere weitere Verdächtige stehen im Fokus der Ermittlungen. Gegen vier von insgesamt sechs beschuldigten Mitarbeitern des Skiverbandes wurde bereits eine einmonatige Untersuchungshaft verhängt. Ihnen werden Fluchtgefahr, mögliche Einflussnahme auf Zeugen und das Risiko weiterer Straftaten vorgeworfen.