Am 7. April wurde die ehemalige Direktorin des Burgtheaters, Karin Bergmann, völlig überraschend als neue, interimistische Intendantin der Salzburger Festspiele bestätigt. Sie folgt auf Markus Hinterhäuser, der nach Querelen mit dem Kuratorium abgesetzt wurde.
Er wollte die Kulturschaffende eigentlich als Schauspielchefin engagieren – ohne, dass sie dafür einen Bewerbungsprozess durchlaufen hatte. Genau das soll letztlich auch zu seinem vorzeitigem Ende als Chef geführt haben. Die erste Frau an der Spitze des prestigeträchtigen Festivals sieht sich als "Brückenbauerin", betonte sie bei ihrem ersten offiziellen Auftritt, ebenso wie die Tatsache, dass man sich "einvernehmlich getrennt" hätte.
In der "ZiB2" am 8. April gab Bergmann Armin Wolf nun Einblicke in die heikle Personalrochade. Sie selbst wisse auch nicht, warum ihr Vorgänger wirklich gehen musste. "Es gibt nur Mutmaßungen. Ich höre von beiden Seiten keine klaren Worte." Weiters sagte sie: "Es wird immer über die Wohlverhaltensregel gesprochen, gegen die er verstoßen hat. Aber das finde ich sehr dubios."
Die 73-Jährige erklärt auch: Hinterhäuser " ist nicht über mich gestolpert. Es muss auch noch andere Gründe gegeben, aber die sind nicht bekannt". Nach zahlreichen Gesprächen mit dem abgesetzten Festival-Chef, den sie "nach wie vor sehr schätzt", wies sie nochmal auf seine Unterschrift eines einvernehmlichen Auflösungsvertrags hin. "Dafür muss es irgendeinen Grund geben."
Nach einem kritischen Artikel im "Spiegel", der Hinterhäuser Machtmissbrauch vorwirft, wünscht sich Bergmann nun "ein offenes Dialogklima" bei den Salzburger Festspielen, für das sie sorgen wilol. Entscheidend sei aber für sie, dass sie heuer angetreten sei, um das "großartige Programm" ihres Vorgängers zu realisieren. "Jetzt muss man sich auf die sich Kunst fokussieren."
Obwohl sie verrät, dass sie "noch keinen Vertrag" hat, weiß sie, was von ihr erwartet wird. "Theater ist immer Krise. Ich glaube, dass ich jemand bin, der den Künstle Und: "Ich bin bis Herbst kommenden Jahres installiert. Ich habe diese Position nicht angenommen, weil ich mich nochmal künstlerisch verwirklichen muss, sondern, weil ich dort unterstützend mitarbeiten möchte."
Nach einem "schwierigen Gespräch" mit ihrem Vorgänger, fasst Bergmann zusammen: "Ich glaube, er ist sicherlich enttäuscht. Ich hoffe sehr, dass man ihn vielleicht gewinnen kann, dass er zumindest seine Konzerte spielt. Dass er nicht nur mit Groll oder Trauer auf das schaut, was er kreiert hat, was im Sommer hoffentlich alles gut über die Bühne gehen wird."
Und zum Schluss lässt sie wissen: "Ich hätte es mir anders gewünscht. Ich bin nicht gegen Markus Hinterhäuser nach Salzburg gegangen, sondern wegen. Dass die Umstände so gekommen sind, habe ich mir nicht gewünscht."