Wirbel um Festspiele

"Hätte es mir anders gewünscht" – Intendantin packt aus

Karin Bergmann tritt die Nachfolge von Markus Hinterhäuser als Leiterin der Salzburger Festspiele an. Am Mittwoch sprach sie erstmals in der ZiB-2.
Newsdesk Heute
08.04.2026, 22:21
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Die Salzburger Festspiele stehen nach den jüngsten Turbulenzen vor einem historischen Neustart: Karin Bergmann rückt an die Spitze des renommierten Kulturereignisses und übernimmt die Intendanz. Damit wird die frühere Burgtheater-Direktorin zur ersten Frau in dieser Position. Sie folgt auf Markus Hinterhäuser, der infolge massiver interner Konflikte seinen Posten räumen musste. Brisant ist dabei vor allem, dass Bergmann selbst eng mit jenem Streit verknüpft ist, der letztlich zu seinem Abgang führte.

Auslöser der Krise war die geplante Neubesetzung der Schauspielleitung. Hinterhäuser hatte sich bereits im Jänner öffentlich für Bergmann ausgesprochen – obwohl parallel ein offizielles Auswahlverfahren lief, an dem sie nicht beteiligt war.

Diese Vorgehensweise stieß im Kuratorium auf scharfe Kritik. Dessen Vorsitzende, Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP), zeigte dem künstlerischen Leiter "die Gelbe Karte" und sprach von einem Verstoß gegen eine vertraglich festgelegte "Wohlverhaltensklausel". In weiterer Folge spitzte sich die Situation zu, bis Hinterhäuser kurz vor Ostern mit sofortiger Wirkung beurlaubt wurde.

"Fokus auf die Kunst legen"

Am Mittwochabend sprach die neue Intendantin nun in der ZiB-2. Warum ihr Vorgänger gehen musste, kann Bergmann nicht beantworten. "Ich kann nur vermuten, dass es dafür Gründe gab. Ich weiß es nicht genau", stellt sie klar. Sie selbst habe sehr viele Gespräche mit Hinterhäuser, der aus ihrer Sicht die Festspiele maßgeblich geprägt habe, gehabt.

Um öffentlichen Anschuldigungen künftig entgegenzuwirken, möchte Bergmann ein offenes Dialog-Klima schaffen. "Die Festspiele fangen in wenigen Wochen an. Jetzt müssen wir unseren Fokus auf die Kunst legen", stellt sie klar.

"Hätte es mir anders gewünscht"

Ihr Vorgänger sei laut Bergmann sicherlich enttäuscht über ihre Entscheidung, die Festspiele zu übernehmen. "Ich bringe meine Wertschätzung für das, was er geleistet hat gerne zum Ausdruck", so die neue Intendantin. "Ich hätte es mir anders gewünscht. Ich bin nicht gegen ihn nach Salzburg gegangen, sondern wegen ihm."

Ihre Aufgabe sieht sie nun darin, den Künstlern zu vermitteln, dass ihre Arbeit entscheidend sei. Zudem müsse sie auch die Besetzung für das kommende Jahr planen. "Ich habe die Aufgabe angenommen, weil ich unterstützend mitarbeiten will", erklärt Bergmann. "Über künstlerische Projekte kann ich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sprechen."

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