Österreich ist vergleichsweise ruhig ins neue Jahr gestartet – ganz ohne Zwischenfälle blieb die Silvesternacht aber nicht. Wie das Innenministerium am Neujahrsmorgen bekanntgab, kam es bundesweit zu einzelnen Vorfällen rund um Pyrotechnik, Brände und Übergriffe. Insgesamt wurden bei den Einsätzen acht Polizeibedienstete verletzt.
Innenminister Gerhard Karner bedankte sich bei allen Einsatzkräften: "Mein herzlicher Dank gilt allen Polizistinnen und Polizisten, Rettungskräften, Feuerwehrleuten und Einsatzkräften, die für einen sicheren Jahreswechsel gesorgt haben." Gleichzeitig wünschte er jenen gute Besserung, die bei "wenigen, aber teils folgenschweren Unfällen oder Vorfällen" verletzt wurden.
Die Polizei hatte in der Silvesternacht alle Hände voll zu tun. Österreichweit wurden rund 2.800 pyrotechnische Gegenstände sichergestellt. Die Landespolizeidirektionen meldeten 15 strafrechtliche und 15 verwaltungsrechtliche Festnahmen, zudem wurden mehr als 3.100 Identitätsfeststellungen durchgeführt.
Allein im Zusammenhang mit Pyrotechnik gab es eine Vielzahl an Anzeigen:
14 wegen (fahrlässiger) Körperverletzung, 61 wegen Sachbeschädigungen und 63 wegen Brandstiftung oder fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst. Weitere 14 Anzeigen standen im Zusammenhang mit Unfällen durch Feuerwerkskörper. Dazu kamen 139 Organmandate und 729 Verwaltungsanzeigen, insgesamt wurden 421 Personen nach dem Pyrotechnikgesetz bzw. den Landesgesetzen angezeigt.
In mehreren Bundesländern löste Pyrotechnik teils schwere Brände aus. Im Burgenland kam es in Neusiedl am See zu einem Flurbrand mit einer Ausdehnung von rund einem Hektar. In Kärnten brannte am Ankogel im Bezirk Spittal an der Drau eine Waldfläche ähnlicher Größe.
Auch Oberösterreich blieb nicht verschont: In der Gemeinde Rohrbach wurde ein landwirtschaftliches Objekt in Brand gesetzt, in St. Valentin (Bezirk Linz-Land) geriet ein Mehrparteienhaus in Brand – drei Personen wurden verletzt. In Tirol brannte in Schwaz ebenfalls ein Mehrparteienhaus, auch dort gab es drei Verletzte. Zusätzlich kam es in Hochzirl (Bezirk Innsbruck-Land) zu einem Flur- und Waldbrand.
Besonders dramatisch verlief ein Vorfall in Graz: In einem Lokal wurde durch Sprühkerzen ein Feuer ausgelöst. Zehn Personen wurden verletzt, neun davon leicht, eine mittelschwer. Rund 200 Gäste mussten evakuiert werden.
Neben Bränden kam es auch zu Übergriffen. In Wiener Neustadt raubten vier Jugendliche unter Vorhalt eines Messers Pyrotechnik. In Salzburg wurden nach einem Raufhandel zwei Exekutivbedienstete leicht verletzt, außerdem stellte die Polizei eine Schreckschusswaffe sicher.
Besonders tragisch: In Wien erlitt ein Minderjähriger durch Pyrotechnik der Kategorien F3/F4 schwere Handverletzungen, die letztlich zum Verlust der Hand führten.