Silvesternacht in NÖ

Gebäude, Pkw in Brand – 130 Einsätze für die Feuerwehr

Insgesamt mussten die Feuerwehren um den Jahreswechsel zu 130 Einsätzen ausrücken – im Vorjahr waren es 59 gewesen. Die Silvesterbilanz für NÖ.
Erich Wessely
01.01.2026, 10:30
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In der Silvesternacht kam es in Niederösterreich zu einer Vielzahl an Brandeinsätzen. Während in einigen Fällen die Verwendung von Pyrotechnik als Ursache feststeht, ist sie in anderen Fällen Gegenstand der laufenden Ermittlungen durch die Bezirksbrandermittler.

Die Bilanz der Landespolizeidirektion in NÖ:

Bezirk Tulln im Gemeindegebiet von Klosterneuburg: Unbekannte zündeten am 31. Dezember gegen 15.30 Uhr einen pyrotechnischen Gegenstand unter einem ordnungsgemäß abgestellten Pkw und flüchteten unerkannt. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief negativ. Die Schadenshöhe am Fahrzeug ist derzeit noch unbekannt.

Bezirk Bruck an der Leitha im Gemeindegebiet von Schwechat: Beamte der Polizeiinspektion Wiener Straße beobachteten am 31. Dezember gegen 21.45 Uhr zwei Männer, die im Bereich der Steggasse einen Böller zündeten und diesen in einen Mistkübel warfen. Durch die Detonation geriet der Mistkübel in Brand. Ein flüchtender 21-jähriger Mann aus Wien-Simmering konnte von den Beamten angehalten werden. Er führte pyrotechnische Gegenstände der Kategorien F3 und F4 sowie eine geringe Menge Cannabis mit sich. Die Gegenstände wurden sichergestellt – Anzeigen an die Staatsanwaltschaft und die Bezirksverwaltungsbehörde folgen.

Bezirk Bruck an der Leitha im Gemeindegebiet von Schwechat: Bereits gegen 21:23 Uhr löschten Beamte der Polizeiinspektion Wiener Straße einen durch Pyrotechnik ausgelösten Flurbrand durch Austreten.

Bezirk Mistelbach im Gemeindegebiet von Ladendorf: Gegen 21.50 Uhr zündete ein namentlich bekannter Mann eine Feuerwerksbatterie. Durch Funkenflug geriet die Thujenhecke des Nachbargrundstückes in Brand.

Bezirk Scheibbs im Gemeindegebiet von Scheibbs: Bislang unbekannte Täter setzten gegen 22.20 Uhr eine Birke mittels eines pyrotechnischen Gegenstandes in Brand.

Bezirk Mödling im Gemeindegebiet von Brunn am Gebirge: Gegen 22.35 Uhr setzten unbekannte Täter bei einer Müllinsel mindestens fünf Mistkübel in Brand.

Bezirk Korneuburg im Gemeindegebiet von Hagenbrunn: Fünf Jugendliche (15 und 16 Jahre alt) zündeten am 1. Jänner 2026, gegen 00:00 Uhr, eine Feuerwerksbatterie der Kategorie F2. Aufgrund starker Windböen kippte die Batterie vermutlich um, woraufhin die Leuchtkörper in eine Thujenhecke flogen und diese in Brand setzten.

Bezirk Baden im Gemeindegebiet von Tattendorf: Bedienstete der Polizeiinspektion Günselsdorf wurden am 1. Jänner 2026 gegen 0.15 Uhr, zu einem Flurbrand gerufen, der vermutlich durch Pyrotechnik ausgelöst wurde. Das Feuer betraf eine Fläche von rund 600 Quadratmetern.

Bezirk Baden im Gemeindegebiet von Ebreichsdorf: In der Fischagasse kam es am 1. Jänner 2026 gegen 0.25 Uhr zu einem Pkw-Brand. Ein durch unbekannte Täter gezündeter Feuerwerkskörper dürfte im Bereich des Fahrzeugs umgesetzt haben, wodurch der Pkw vollständig ausbrannte.

Bezirk Baden im Gemeindegebiet von Oberwaltersdorf: In einer Wohnanlage wurde am 1. Jänner 2026 gegen 0.35 Uhr, eine vermutlich noch glühende Feuerwerksbatterie in einen Müllcontainer geworfen, welcher daraufhin in Brand geriet.

Bezirk Hollabrunn im Gemeindegebiet von Hollabrunn: Am 1. Jänner gegen 0.45 Uhr zündeten Unbekannte im Innenhof eines Mehrparteienhauses einen pyrotechnischen Gegenstand. Durch die Wucht der Detonation entstand erheblicher Sachschaden: Das Glas der Eingangstüre wurde aus dem Rahmen gedrückt, Kellerfenster zersplitterten und ein Garagentor wurde beschädigt.

Bezirk Gänserndorf im Gemeindegebiet von Gänserndorf: Gegen 1 Uhr am 1. Jänner 2026 kam es zu einem Carport-Brand, der durch die Freiwillige Feuerwehr rasch gelöscht wurde. Da kurz zuvor im Nahbereich Pyrotechnik gezündet worden war, wird ein Zusammenhang geprüft.

Bezirk Amstetten im Gemeindegebiet von Ennsdorf: Ein Brand in einem Mehrparteienhaus am 1. Jänner 2026 gegen 1 Uhr betraf insgesamt vier Wohnungen. Drei Personen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Bezirk Bruck an der Leitha im Gemeindegebiet von Schwechat: Am 1. Jänner 2026 gegen 1.05 Uhr, kam es zum Brand einer Garage eines Mehrparteienhauses. Es wurden keine Personen verletzt – der Sachschaden beträgt rund 25.000 Euro. Die Brandursachenermittlung wurde eingeleitet.

Während viele Menschen den Jahreswechsel im Kreis ihrer Familien und Freunde feierten, waren Tausende Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner in Niederösterreich einsatzbereit – und oft auch im Einsatz. Allein in der Zeit von 20 Uhr bis 4 Uhr früh in der Silvesternacht rückten die niederösterreichischen Feuerwehren zu rund 130 Einsätzen aus.

Großteil der Alarmierungen wegen Bränden

Der Großteil der Alarmierungen entfiel auf Brandeinsätze, dazu zählten unter anderem brennende Müllcontainer, Hecken- und Flurbrände sowie mehrere Gebäudebrände, die rasches und koordiniertes Handeln erforderten. Darüber hinaus wurden die Feuerwehren auch zu zahlreichen technischen Einsätzen alarmiert.

Insgesamt standen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner von 196 Feuerwehren aus ganz Niederösterreich im Einsatz. "Trotz der Vielzahl an Alarmierungen und der teils parallelen Einsätze konnten alle Einsatzstellen dank der hohen Einsatzbereitschaft, der guten Ausbildung und der eingespielten Zusammenarbeit professionell und rasch abgearbeitet werden", heißt es seitens des Landesfeuerwehrkommandos.

Eine zentrale Rolle kam in dieser Nacht auch den Disponentinnen und Disponenten in den Alarmzentralen zu. Vor allem rund um Mitternacht liefen zahlreiche Notrufe gleichzeitig ein. Mit höchster Konzentration, Übersicht und großem Engagement sorgten sie für eine rasche Alarmierung der Feuerwehren und koordinierten die Einsätze landesweit. Ihr Einsatz im Hintergrund ist ein unverzichtbarer Bestandteil der funktionierenden Einsatzkette.

"Verdient höchsten Respekt"

"Wenn andere das neue Jahr begrüßen, stehen unsere Feuerwehrmitglieder bereit, um im Notfall zu helfen. Dieses Engagement, diese Einsatzbereitschaft und diese Selbstverständlichkeit, für andere da zu sein, verdienen höchsten Respekt und größte Anerkennung", betont Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner.

Insgesamt mussten die Feuerwehren um den Jahreswechsel (zwischen 31.12.2025 um 20 Uhr und 1.1.2026 um 4 Uhr) zu 130 Einsätzen ausrücken. Im Vorjahr waren es 59 Einsätze gewesen – diesmal galt es also mehr als doppelt so viele Einsätze abzuarbeiten. Es standen 196 Feuerwehren mit 323 Fahrzeugen im Einsatz (Vorjahr: 92 Feuerwehren mit 154 Fahrzeugen). Die Einsätze mit den meisten eingesetzten Kräften waren Gebäudebrande – in Leopoldsdorf im Marchfelde (Bezirk Gänserndorf), in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) und in Ennsdorf (Bezirk Amstetten).

"Ausdruck echter Kameradschaft"

"Viele Feuerwehrmitglieder verließen in dieser Nacht ihre Familien, unterbrachen private Feiern oder warteten vorsorglich in den Feuerwehrhäusern, um im Ernstfall sofort helfen zu können. Dieses selbstverständliche Handeln im Dienst der Allgemeinheit ist keine Selbstverständlichkeit – es ist Ausdruck echter Kameradschaft, gelebter Verantwortung und tief verwurzelter Hilfsbereitschaft", heißt es seitens des Landesfeuerwehrkommandos.

Der NÖ Landesfeuerwehrverband bedankt sich daher bei allen eingesetzten Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern sowie bei den Disponentinnen und Disponenten für ihren unermüdlichen Einsatz zum Schutz der niederösterreichischen Bevölkerung – auch in einer Nacht, in der andere feiern.

{title && {title} } wes, {title && {title} } Akt. 01.01.2026, 18:04, 01.01.2026, 10:30
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