"War nicht in Ordnung"

FF-Chef nutzte Feuerwehr-Geräte auf eigener Baustelle

Feuerwehr-Geräte kamen auf der privaten Baustelle eines Kommandanten zum Einsatz. Nach Kritik räumt dieser einen Fehler ein.
Niederösterreich Heute
17.09.2026, 05:30
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Fahrzeuge und Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr Krummnußbaum (Bezirk Melk) sind wiederholt auf der privaten Baustelle ihres Kommandanten Mario Achtsnit zum Einsatz gekommen. Nach anonymen Hinweisen an die "NÖN" wurde der Fall nun innerhalb der Feuerwehr geprüft und aufgearbeitet.

Wie die "NÖN" berichtet, sollen in den vergangenen Monaten unter anderem ein Teleskoplader und ein Wechselladefahrzeug auf dem Privatgrundstück eingesetzt worden sein. Geräte sollen demnach teilweise auch längere Zeit auf der Baustelle gestanden sein.

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Geräte müssen im Ernstfall verfügbar sein

Brisant ist dabei vor allem die Frage der Einsatzbereitschaft. Laut NÖ Feuerwehrgesetz müssen die Feuerwehren für die Erhaltung und Bereithaltung ihrer Ausrüstung sorgen. Fahrzeuge und Gerätschaften müssen somit im Ernstfall verfügbar sein. Zudem wird die Ausrüstung von der Gemeinde für einen öffentlichen Zweck bereitgestellt.

Achtsnit, der seit 2016 Kommandant der Feuerwehr Krummnußbaum ist, bestätigte gegenüber der "NÖN" den grundsätzlichen Ablauf. Kameraden hätten ihm auf der Baustelle geholfen und dabei auch Arbeiten mit Feuerwehr-Geräten zu Schulungs- und Übungszwecken durchgeführt. Allerdings sei nicht jede Verwendung Teil einer gemeinsamen Übung gewesen.

"Das hat sicher ein Ausmaß angenommen, das nicht in Ordnung war", räumt Achtsnit gegenüber der "NÖN" ein. Er habe die Geräte jedoch nicht verwendet, um sich Kosten auf seiner privaten Baustelle zu ersparen.

"Nach und nach zusammengeläppert"

Vielmehr hätten sich die Arbeiten mit dem Feuerwehr-Equipment laut dem Kommandanten "nach und nach zusammengeläppert". Gleichzeitig übernimmt er die Verantwortung für das Vorgehen.

"Das soll aber keine Entschuldigung dafür sein. Ich habe einen Fehler gemacht, für den ich geradestehe", so Achtsnit. Nach seinen Angaben habe er mittlerweile auch einen Kostenersatz geleistet.

Aufgrund der Anfrage der "NÖN" wurde der Sachverhalt innerhalb der Feuerwehr geprüft. Bezirksfeuerwehrkommandant Manfred Babinger bestätigte ebenfalls, dass Fahrzeuge und Geräte der Feuerwehr auf der privaten Baustelle verwendet worden waren.

Einzelne Arbeiten hätten zwar durchaus Übungs- und Ausbildungscharakter gehabt. Dies rechtfertige laut Babinger die Verwendung der Ausrüstung für private Arbeiten jedoch "nicht automatisch".

Ausführliches Gespräch

Mit dem Kommandanten sei deshalb ein ausführliches Gespräch geführt worden. Achtsnit sei dabei ausdrücklich auf die "nicht ordnungsgemäße Vorgehensweise beziehungsweise die damit verbundenen Verfehlungen" hingewiesen worden.

Einen finanziellen Schaden für die Feuerwehr habe es laut Bezirksfeuerwehrkommandant nicht gegeben. Achtsnit habe zudem einen entsprechenden Kostenersatz geleistet.

Für das Bezirksfeuerwehrkommando ist dennoch klar, dass sich solche Vorgänge nicht wiederholen dürfen. "Es wurde jedenfalls unmissverständlich klargestellt, dass sich ein derartiger Vorgang nicht wiederholen darf", erklärt Babinger gegenüber der "NÖN".

red,17.09.2026, 05:30