Dass FIFA-Boss Gianni Infantino gerne eine Fußball-Weltmeisterschaft alle zwei Jahre hätte, ist nichts Neues. Gleiches gilt für die Proteste aus den Reihen der Nationen und vor allem der Clubs, die schon jetzt die vielen Länderspielpausen für Qualis und Turniere bemängeln.
Neu ist nun aber die Argumentation, mit der der FIFA-Präsident für die zweijährliche WM wirbt: Flüchtlinge. "Wir müssen den Afrikanern Hoffnung geben, damit sie nicht mehr über das Mittelmeer kommen müssen, um vielleicht ein besseres Leben zu finden oder, wahrscheinlicher, den Tod im Meer", so Infantino.
Auch die diesen Winter (!) stattfindende Weltmeisterschaft in Katar (!) verteidigte er damit, dass man halt die gesamte Welt mit einbeziehen müsse. "Wir können dem Rest der Welt nicht sagen: Gebt uns euer Geld und eure Spieler – und schaut am Fernseher zu", erklärte er vor dem Europarat in Straßburg.
Dagegen positionieren sich die Verbände aus Europa (UEFA) und Südamerika (CONMEBOL), die Pläne dürften solange also vom Tisch sein.
Später erklärte Infantino, seine Aussagen seien aus dem Kontext gerissen worden. In seiner Stellungnahme dazu wollte er "klarstellen, dass meine allgemeine Botschaft in meiner Rede war, dass jeder in einer verantwortlichen Position die Verantwortung hat, zur Verbesserung der Situation für Menschen auf der ganzen Welt beizutragen". Das sei nicht auf den afrikanischen Kontinent beschränkt gewesen.