Sport

FIFA: Fußball-WM in Katar soll im Winter stattfinden

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:07

Die FIFA-Task-Force empfahl Katar die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft vom Juni auf den November/Dezember 2022 zu verschieben. Grund dürften die zu erwartenden sehr hohen Temperaturen im Wüstenstaat sein. Es wäre die erste Winter-WM der Geschichte!

Die FIFA-Task-Force hat die Austragung der übernächsten Fußball-Weltmeisterschaft in Katar wie erwartet für November/Dezember 2022 empfohlen. Außerdem plädierte das in Doha tagende Gremium für eine Verkürzung der WM.

Das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes wird den Vorschlag bei seiner Sitzung am 19. und 20. März in Zürich voraussichtlich absegnen.

Enttäuschung bei Premier League-Boss

Der BBC sagte der Premier League-Boss Richard Scudamore am Dienstag in einer ersten Reaktion: "Das ist enttäuschend. Es ist die falsche Entscheidung. Wir sind von der UEFA im Stich gelassen worden."

Frederic Thiriez, Präsident der Europäischen Profifußball-Ligen (EPFL) und der französischen Profiliga (LFP), reagierte mit Kopfschütteln auf die Empfehlung der FIFA-Task-Force: "Stellen Sie sich vor, was in Frankreich, in Deutschland, in Spanien, in Italien los sein wird. Man wird Anfang November die Ligen nach 13 oder 14 Runden unterbrechen. Und man wird zwei Monate später weitermachen."

Das habe weitreichende Folgen. "Während dieser Zeit werden die Spieler nicht spielen, die Clubs werden keine Einnahmen mehr haben, die Fußballfans werden um die nationalen Wettbewerbe gebracht und die Fernsehsender werden wütend sein und Entschädigung verlangen", erklärte Thiriez.

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Die Gewinner und Verlierer der Termin-Verlegung

 

Gewinner und Verlierer der Termin-Verlegung

Gewinner:

Spieler: Den Spielern bleiben - speziell in den Trainingsquartieren - Sommer-Temperaturen um 40 Grad Celsius erspart. Im Winter herrschen stattdessen in Katar moderate Temperaturen von bis zu 25 Grad.

IOC: Als Alternative war auch der Jänner/Februar 2022 im Gespräch. Dann wäre die Fußball-WM mit den Olympischen Winterspielen kollidiert. Das Winterspektakel soll vom 4. bis 20. Februar in Almaty oder Peking ausgetragen werden.

Sommersportverbände: Eine Fußball-WM im Sommer hatte bisher alles überlagert. Sportarten wie der Radsport mit der Tour de France im Juli oder Tennis mit dem legendären Turnier in Wimbledon Ende Juni/Anfang Juli profitieren von einer WM am Jahresende.

Verlierer:

Vereine: Die Top-Clubs müssen in einer Zeit, in der Hochbetrieb im Club-Fußball herrscht, fast zwei Monate ihre Topspieler an die Nationalmannschaften abstellen. Entsprechend fordern die Vereine eine Entschädigung. Eine Winter-WM werde das Vereinsgeschäft beeinflussen, sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Diese Kosten können nicht durch die Clubs bezahlt werden."

Europäische Top-Ligen: Sie müssten ihren Spielplan komplett ändern. So müsste etwa die deutsche Bundesliga von Ende Oktober bis in den Jänner hinein pausieren. In England würde beispielsweise der Boxing Day (26. Dezember), einer der lukrativsten Spieltage des Jahres, am zweiten Weihnachtsfeiertag wegfallen.

UEFA: Die Geldmaschine Champions League müsste ihren Spielplan ebenfalls umkrempeln. Im November/Dezember fallen normalerweise die Entscheidungen in der Gruppenphase.

FIFA: FIFA-Chef Joseph Blatter wird die Schatulle für Kompensationszahlungen an die Ligen und Vereine für seinen Terminwunsch öffnen müssen. Dazu kommen die bereits seit Jahren anhaltenden Negativ-Schlagzeilen wegen der Katar-WM.

Wintersportverbände: Im November/Dezember laufen hochkarätige Wintersport-Veranstaltungen bereits auf vollen Touren. Damit wird es zu Interessenskollisionen kommen.

TV-Markt: In den USA ist im November/Dezember American-Football-Time. Das Sommerloch im US-Sport wäre für den übertragenden US-Sender Fox lukrativer. Für die TV-Anstalten in England ist der Boxing Day am 26. Dezember ein wesentlicher Bestandteil.

Fans: Ein Sommermärchen bei Grillwetter wird es nicht geben. Beim Public Viewing sind dann Schal und Handschuhe beim Punschstand gefragt.

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