Der deutsche Filmemacher, Autor und Denker Alexander Kluge ist tot. Der Suhrkamp Verlag teilte unter Bezug auf die Familie mit, dass er am Mittwoch im Alter von 94 Jahren in München gestorben ist.
Bis zuletzt blieb er künstlerisch aktiv: Noch 2024 veröffentlichte er mit Anselm Kiefer "Klugheit ist die Kunst, unter verschiedenen Umständen getreu zu bleiben". Berühmt wurde Kluge als prägende Figur des Neuen Deutschen Films und Mitinitiator des "Oberhausener Manifests" (1962). Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählen "Abschied von gestern" und "Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos".
Auch literarisch setzte er Maßstäbe: Als Mitglied der "Gruppe 47" machte er sich mit Kurzgeschichten einen Namen. Die "Neue Zürcher Zeitung" nannte ihn eine "Wunderkammer aus Authentischem und Fiktionalem" und schrieb: "Kluge hat immer dokumentiert und gesammelt, ob beim Schreiben, beim Film oder in seiner Fernseharbeit. Er hat echte Lebensläufe archiviert und mit seinen Geschichten täuschend echte dazuerfunden."
Der 1932 geborene Kluge arbeitete unter anderem am Frankfurter Institut für Sozialforschung, lernte bei Fritz Lang und gründete später die TV-Produktionsfirma dctp („Spiegel TV“). Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet. Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler würdigte ihn: "Mit Alexander Kluge verliert Europa einen prägenden Filmemacher, Autor und Denker, der die Formen von Kino und Öffentlichkeit nachhaltig verändert hat".