Kinopremiere

Filmstar Timothée Chalamet wird jetzt zum Profisportler

Der Schauspieler bereitete sich intensiv auf "Marty Supreme" vor und übernahm alle Tischtennis-Szenen selbst. Kinostart ist am 26. Februar.
Anna Wallinger
24.02.2026, 14:15
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"Marty Supreme" läuft ab 26. Februar in den österreichischen Kinos und erzählt die Geschichte des amerikanischen Tischtennisspielers Marty Reisman – einer schillernden Figur der New Yorker Unterwelt der 1950er-Jahre. Reisman war weniger Musterprofi als Glücksritter, eher Lebenskünstler als Leistungssportler: ein Schuhverkäufer und Spargeltarzan, der fest daran glaubte, mit Tischtennis die Welt zu erobern.

Oft wirkte er exzentrisch, beinahe skurril – bis er zum Schläger griff. Dann wurde der schmächtige Außenseiter zum Genie an der Platte. Der Film zeichnet genau dieses Spannungsfeld aus Größenwahn, außergewöhnlichem Talent und unbeugsamem Ehrgeiz nach. Neun Oscar-Nominierungen unterstreichen den Anspruch des Werks.

Starbesetzung mit Ehrgeiz

In der Hauptrolle glänzt Timothée Chalamet als Marty Mauser (die an Reisman angelehnte Figur). Den internationalen Durchbruch schaffte der Schauspieler 2017 mit "Call Me by Your Name" – nun könnte er mit "Marty Supreme" endgültig Filmgeschichte schreiben und einen Oscar absahnen.

An seiner Seite steht ein hochkarätiges Ensemble: Gwyneth Paltrow ("Iron Man“) übernimmt die Rolle der Kay Stone, Fran Drescher ("Die Nanny“) spielt Rebecca Mauser, und Robert Pattinson ("Twilight“) verkörpert einen britischen Schiedsrichter. Doch nicht nur Hollywoodstars begleiten Timothée durch die Geschichte: Auch europäische Spitzensportler wirken mit – darunter Tischtennis-Ass Timo Boll.

Aufschlag für Hollywood: Timo Boll spielt eine Nebenrolle im Film

Vom Tisch an die Leinwand: Der deutsche Tischtennisspieler Boll steht erstmals in einer internationalen Kinoproduktion vor der Kamera. In "Marty Supreme" übernimmt der 44-Jährige eine Nebenrolle – und schlägt damit nach dem Ende seiner aktiven Sportkarriere ein völlig neues Kapitel auf.

Seinen Ausflug ins Filmgeschäft verdankt Boll Regisseur Josh Safdie, der ein großer Fan des Sportlers sein soll und ihn deshalb auch für eine kleine Nebenrolle angefragt habe. Für den langjährigen Weltklassespieler, der 2024 seine Karriere beendete, ist es eine charmante Premiere im Showbusiness. Doch nicht nur er betritt neues Terrain: Auch Filmstar Timothée Chalamet wagt sich in ungewohntes Gebiet und beeindruckt mit seinem Tischtennis-Können.

Chalamet spielt alles selbst

Besonders bemerkenswert: Chalamet verzichtete komplett auf Stuntdoubles. Sechs Jahre bereitete er sich auf die Rolle vor, davon fünf Jahre intensives Training mit Experten. Gemeinsam mit dem Schweizer Trainer Diego Schaaf und der US-Olympionikin Wei Wang studierte er historische Aufnahmen, perfektionierte Grifftechniken und Bewegungsabläufe.

Tischtennis wurde Teil seines Alltags – egal ob am Set von "Wonka" oder "Dune: Part Two", in Los Angeles oder auf Reisen. Überall, wo der Schauspieler auftauchte, war auch eine Tischtennisplatte. Was manche Hotelmanager vielleicht für exzentrische Star-Allüren hielten, war in Wirklichkeit pure Disziplin und Ernsthaftigkeit.

Diese Hingabe ist typisch für Chalamet: Für "Call Me by Your Name" lernte er Italienisch sowie Klavier und Gitarre, für "Dune" trainierte er physische Ausdauer, für sein Bob-Dylan-Porträt in "Like a Complete Unknown" nahm er Gesangsunterricht und lernte Mundharmonika. Stets von Ehrgeiz getrieben, tauchte er in seine Rollen völlig ein.

Da ist es nicht überraschend, dass er der jüngste Schauspieler war, der je für einen Hauptrollen-Oscar nominiert wurde. 2025 folgte eine weitere Nominierung für sein Dylan-Porträt. Mit "Marty Supreme" gilt er erneut als heißer Kandidat – den Golden Globe als "Bester Hauptdarsteller" hat er bereits gewonnen. Vielleicht hält er am 16. März endlich auch die goldene Statue in den Händen.

Ein Film, der beflügelt

Und was sagt Chalamet selbst? "Ich finde, dass 'Marty Supreme' uns beflügelt, unser Bestes zu geben – auch wenn das jetzt etwas klischeehaft klingt." Vielleicht ist genau das die Botschaft dieses Films: Dass große Träume manchmal an kleinen Tischen beginnen. Und dass selbst ein deutscher Tischtennis-Held wie Timo Boll plötzlich Teil eines Hollywood-Märchens werden kann.

{title && {title} } wall, {title && {title} } 24.02.2026, 14:15
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