Urs Lehmann, einst mächtiger Präsident im Schweizer Skiverband und nun Geschäftsführer der FIS, hatte zuletzt aufhorchen lassen. Er plane bis zu 50 Rennen pro Saison. Zum Vergleich: In der laufenden Saison sind es bei den Männern 38, bei den Frauen 37, dem vorläufigen Weltcup-Entwurf für 2026/27 zufolge sollen es 43 Rennen bei den Männern sein. Danach könnte die Kalender-Revolution greifen.
Lehmanns Idee dabei: Die Ski-Stars sollen nicht mehr jedes Weltcuprennen fahren, Pausen einlegen. Dafür solle sich die Saison aber deutlich ausweiten, früher beginnen und länger in den Frühling hinein gehen. Eine der Ideen dabei: Weltcuprennen in Südamerika, wo ein Großteil des Weltcup-Trosses sowieso im Spätsommer Trainingslager zur Saisonvorbereitung bestreitet.
Doch ein ÖSV-Vertrag steht diesen Plänen im Weg. Nämlich hat sich der heimische Ski-Verband festschreiben lassen, dass der Weltcup-Auftakt bis 2034 in Österreich stattfindet, wie ÖSV-Geschäftsführer Christian Schwerer der "Tiroler Tageszeitung" erzählte. "Da gibt es eine vertragliche Verpflichtung vonseiten der FIS. Das steht in unserem Lizenz-Vertrag so drinnen", sagte Scherer.
In den letzten Jahren hat sich der Weltcup-Auftakt auf dem Rettenbachferner mit dem Riesentorlauf-Doppel für Männer und Frauen etabliert. Daran gibt es laut Scherer auch nichts zu rütteln. "Dass sie nach Sölden noch einmal nach Argentinien fahren, wage ich zu bezweifeln", ergänzte der ÖSV-Boss dann.
Schon länger ein Thema ist die Beseitigung der langen Weltcup-Pause nach dem Start in Sölden rund um den Nationalfeiertag. Danach gibt es meist eine rund dreiwöchige Pause. Passende Weltcup-Orte dafür zu finden, ist aber schwierig.