Die Urlaubssaison am Mittelmeer wird von verheerenden Waldbränden überschattet. In der Türkei loderten am Donnerstag laut Regierungsangaben 115 Feuer, von denen 110 bereits unter Kontrolle gebracht werden konnten. Besonders betroffen sind beliebte Urlaubsregionen an der Mittelmeerküste zwischen Antalya und Alanya sowie Mugla und Fethiye.
Auf der griechischen Urlaubsinsel Kreta spitzte sich die Lage dramatisch zu. Rund 8.000 Menschen mussten vor einem Waldbrand südlich der Stadt Rethymno in Sicherheit gebracht werden. Tragischerweise kamen dabei zwei Feuerwehrleute ums Leben, als sie auf einer Bergstraße von Flammen eingeschlossen wurden.
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, wurde der Ferienort Agia Galini vorübergehend bedroht. Inzwischen dürfen die Besucher aber wieder in ihre Unterkünfte zurückkehren. Durch starke Winde hatte sich eine Feuerfront von über zwölf Kilometern gebildet. Ein Löscheinsatz aus der Luft war wegen des Windes nicht möglich.
Der türkische Agrarminister Ibrahim Yumakli erklärte, die vier größten Brände in den Regionen Mugla, Antalya und Kas, Balikesir sowie Canakkale an den Dardanellen seien "weitgehend unter Kontrolle". Die Forstbehörde teilte mit, dass die durch starke Winde ausgelösten Brände mit "intensiven Einsätzen aus der Luft und am Boden" bekämpft werden.
In Spanien hob Regierungschef Pedro Sanchez nach Erfolgen bei der Brandbekämpfung den nationalen Notstand wieder auf. Im Waldbrandgebiet nahe Madrid gebe es "kaum noch Flammen". Die meisten Evakuierten durften bereits in ihre Häuser zurückkehren.
Auch im Südwesten Frankreichs entspannte sich die Lage. Der Brand in der Nähe von Bordeaux ist laut Behörden "weiterhin stabil". Es besteht Hoffnung, dass die 220.000 vor den Flammen in Sicherheit gebrachten Einwohner bald wieder heimkehren können.
Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis warnte jedoch, dem Land würden "schwierige Tage" bevorstehen. Er rief die Bürger auf, "größtmögliche Vorsicht" walten zu lassen. Viele Brände seien auf nachlässige Handlungen zurückzuführen.