Hohes Fieber, heftiges Erbrechen, Durchfall und Blutungen: Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo fordert immer mehr Opfer. In nur drei Monaten sind mehr als 1500 Menschen an dem tödlichen Virus gestorben.
Bislang wurden knapp 3400 Fälle im Labor nachgewiesen. Die tatsächliche Zahl der Infizierten könnte laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwei- bis viermal so hoch liegen. Die Todesrate liegt bei etwa 44 Prozent – fast die Hälfte aller Erkrankten stirbt.
Laut "Spiegel" ist besonders bedenklich, dass bei den meisten Neupatienten nicht klar ist, wo sie sich angesteckt haben. So lässt sich der Ausbruch kaum eindämmen. "Es gibt leider im Moment kaum Anzeichen dafür, dass wir diese Epidemie besser, effektiver und früher stoppen können", sagte der Berliner Epidemiologe Maximilian Gertler der Deutschen Presse-Agentur.
Gegen die für den Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Variante des Ebolavirus gibt es noch keine zugelassenen Impfstoffe oder Medikamente. Ein Impfstoff der Universität Oxford wird derzeit an Menschen getestet - 620.000 Dosen liegen bereit. Bis zur großflächigen Impfung dürfte es aber noch Monate dauern.
Mangelnde Aufklärung und Misstrauen zählen zu den größten Problemen vor Ort. Viele Menschen haben Angst davor, Erkrankte in Behandlungszentren abzugeben. Helfer werden immer wieder angegriffen.
Die Sicherheitslage im Osten des zentralafrikanischen Landes ist ein weiteres Problem. Hunderttausende Vertriebene leben in Behelfslagern mit schlechten sanitären Verhältnissen und kaum medizinischer Versorgung.
"Wenn das nicht in ausreichendem Maße geschieht, müssen wir gegenwärtig davon ausgehen, dass der Ausbruch sich noch sehr lange, mit Sicherheit im nächsten Jahr, fortsetzen wird und auch andere Länder in der Region erreicht werden können", warnt Experte Gertler.