Warum zwei Kleinflugzeuge am Montagvormittag nahe dem Flugplatz Krems-Gneixendorf in der Luft kollidierten, ist für die Ermittler weiterhin unklar. Bei dem Unglück kamen die beiden Piloten im Alter von 36 und 70 Jahren ums Leben.
Fest steht bisher lediglich, dass die beiden Ultraleichtflugzeuge gegen 9.15 Uhr in rund 350 Metern Höhe zusammenstießen und anschließend abstürzten. Wie genau es zu der Kollision kommen konnte, ist Gegenstand umfangreicher Untersuchungen.
Die Wracks der beiden Maschinen wurden noch am Montagabend geborgen und sichergestellt. Die Arbeiten dauerten laut Bezirksfeuerwehrkommando Krems bis etwa 23 Uhr. Nun sollen die Überreste der Flugzeuge wichtige Hinweise auf den Unfallhergang liefern.
Die Staatsanwaltschaft Krems hat einen Sachverständigen mit der Untersuchung befasst. Zusätzlich wurden Obduktionen der beiden ums Leben gekommenen Piloten angeordnet. Auch deren Ergebnisse könnten für die Rekonstruktion des Geschehens von Bedeutung sein.
Mit den Ermittlungen sind das Landeskriminalamt Niederösterreich, der Ermittlungsbereich Leib/Leben und die Tatortgruppe befasst. Auch die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes ist in die Untersuchungen eingebunden.
Aussagen über mögliche Fehler, technische Probleme oder andere Ursachen wären zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation. Ein Sachverständiger soll den tatsächlichen Ablauf rekonstruieren.
Der 36-Jährige hatte laut derzeitigem Stand mit einem Ultraleichtflugzeug einen Segelflieger am Seil gezogen. Nach dem Ausklinken flog er eine Kurve, um zum Flugplatz Krems-Gneixendorf zurückzukehren. In dem Moment startete der 70-Jährige vom Flugplatz weg. Möglich laut Ermittlern, dass sich die beiden Piloten in 350 Metern Höhe wegen des unglücklichen Flugwinkels nicht sehen konnten.
Der zuvor geschleppte Segelflieger war nicht in die Kollision verwickelt und konnte sicher landen. Die beiden anderen Maschinen stürzten nach dem Zusammenstoß ab und gerieten in Brand.
Auch für die Einsatzkräfte war die Situation zunächst gefährlich. Es war nicht klar, ob die mit Pyrotechnik ausgestatteten ballistischen Selbstrettungssysteme der Flugzeuge ausgelöst worden waren. Die Helfer mussten deshalb zunächst Abstand halten und auf den Entschärfungsdienst warten. Später kamen Wasserwerfer zum Einsatz.
Acht Feuerwehren waren mit 115 Mitgliedern und 32 Fahrzeugen im Einsatz. Auch Polizei, Rotes Kreuz und der Notarzthubschrauber "Christophorus 2" rückten aus. Für die beiden Piloten kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Wann mit konkreten Ergebnissen zur Unfallursache gerechnet werden kann, ist derzeit offen. Erst die Auswertung der sichergestellten Wrackteile, die Obduktionen und die weiteren Untersuchungen sollen Klarheit darüber bringen, warum die beiden Maschinen in der Luft zusammenstießen.
Die Trauer in der Region ist groß: Der Flugverein USFC Krems, hier war der 70-jährige Rupert S. selbst früher Obmann, meldete sich zu Wort: "Wir alle stehen unter Schock und finden kaum Worte für das, was geschehen ist." Der Flugplatz blieb am Dienstag gesperrt. Der Kremser Bürgermeister Peter Molnar zeigte sich "tief betroffen".
Der leidenschaftliche Hobbypilot Primar Dr. Rupert S. war jahrelang ärztlicher Direktor des Landesklinikums Melk. Anfang 2022 trat Rupert S. in den Ruhestand – seinen Leidenschaften wie Heliskiing, Paragleiten, Kanupaddeln und vor allem dem Fliegen ging er in seiner Pension weiter nach.
Jungunternehmer Sebastian F. (36) war in seiner Gemeinde sehr aktiv, hatte früher im Gemeinderat mitgearbeitet, seine Firma im IT-Bereich erhielt auch Auszeichnungen.