Flusspferde Ali, Arca und Kimbuku baden im Glück

Das Tierpfleger-Tagebuch aus Schönbrunn - nur hier bei "HeuteTierisch"!
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Seit einem Jahr haben die drei Flusspferde eine neue Badelandschaft. Tierpflegerin Sonja Sladky erzählt heute mehr über die Tiere.

(Text von Sonja Sladky, Flusspferd-Pflegerin im Tiergarten Schönbrunn)

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Wir feiern jetzt das einjährige Bestehen der neugestalteten Außenanlage bei unseren Flusspferden. Die Flusspferde finden ihre neue Badelandschaft super, weil sie nun keine Badepausen mehr haben. Das alte Becken hatte keine Filteranlage. Wir mussten das Wasser regelmäßig ablassen, um das Becken zu reinigen. Da hieß es für die Hippos, einen Tag im Haus bleiben.

Sand, Gras, Ruhezonen im Wasser

Die Anlage ist sehr vielfältig geworden und die Tiere sind richtig happy: Sie haben Grasflächen, Bereiche mit Sand und auch Totholz, das sie gerne bearbeiten. Im Wasser gibt es Ruhezonen, die sie bei diesem Wetter gerne nutzen. Sie liegen wirklich stundenlang im Wasser. Man sieht nur kleine „Hügerl" aus der Gewässeroberfläche ragen.

Flusspferde sind lustigerweise keine guten Schwimmer.

Sie senken sich ab und gehen vielmehr am Gewässergrund, als zu schwimmen.

Mama Arca lebt zusammen mit Jungtier Kimbuku

Wir haben insgesamt drei Flusspferde: Das Männchen Ali, das in einem abgetrennten Bereich lebt, und das Weibchen Arca mit seinem Jungtier Kimbuku, die gemeinsam den anderen Teil der Anlage bewohnen. Kimbuku, der von uns liebevoll Kimi genannt wird, ist 2003 bei uns im Tiergarten zur Welt gekommen. Ich kenne ihn vom ersten Tag an. Bei der Geburt war ich natürlich nicht dabei, weil Flusspferde ihren Nachwuchs im Wasser zur Welt bringen und meistens auch in der Nacht.

Ali, das älteste Flusspferd Europas

Ali ist unser alter Herr. Er ist das älteste Flusspferd Europas. 1967 ist er im Alter von rund zweieinhalb Jahren zu uns in den Tiergarten gekommen. Seit der Umgestaltung der Außenanlage hat er einen größeren Bereich und auch einen Wasseranteil im Freien. Wir haben ihm den Bereich richtig schön gemacht – mit Sand, Gras und Bäumen. Ali ist gemütlich unterwegs. Er hat in seinem langen Leben schon viel erlebt: Viele Umbauten, viele Pfleger. Er ist unser Fels in der Brandung.

Flusspferde sind Vegetarier und produzieren eigene Sonnencreme

Flusspferde sind reine Vegetarier. Sie fressen vor allem Grünfutter und Heu. Wir geben ihnen aber auch Äpfel. Sie lieben Äpfel – das süße Obst ist für sie wie Schokolade für uns Menschen. Äpfel gibt es aber nur zu „besonderen Anlässen". Zum Beispiel in der Früh als Kontrolle, ob sie das Maul aufmachen, ob sie alle herkommen, ob es ihnen gut geht. Wenn sie nicht zu den Äpfeln kommen würden, dann hat es etwas. Das ist für uns eine Art von Kontrolle. Da sie Äpfel einfach richtig gern haben, kriegen sie hin und wieder auch einen Apfel extra.

Flusspferde haben eine empfindliche Haut. Sie brauchen immer Wasser, um feucht und kühl zu bleiben. Wenn sie an Land sind und es warm und trocken ist, sondern Drüsen unter ihrer Haut ein Sekret ab, das sie feucht hält und gleichzeitig vor der Sonne schützt. Eine Art körpereigene Sonnencreme. Das Sekret verfärbt sich an der Luft rötlichbraun und hat zugleich eine antibakterielle, entzündungshemmende Wirkung.

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